Untersuchungen über Wärmestrahlung.
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einer gegebenen Spektralstelle zukommende Wärmeentwicklung klar-gestellt wurde. Allein noch fehlte es an einem Apparate, welcherderartige feinere Temperatnrmessungen mit der zu wünschendenPräzision vorzunehmen erlaubte. Da erfand L. Nobili (1784bis 1835) den Thermomultiplikator, ein Instrument, welchesdie feinsten Ausschläge einer Magnetnadel erkennen ließ, wenn manden elektrischen Strom auslöste, der sich, wie wir bald sehen werden,stets dann einstellt, wenn die Lötstelle zweier zusammengeschweißterMetallstücke auch nur minimal erwärmt wird. Dieses „elektrischeThermoskop", wie es sein Erfinder auch benannte, leistete Großesin der Hand M. Mellonis (1798—1854), des Begründers einesspäterhin ungemein bekannt gewordenen physikalisch-meteorologischenObservatoriums am Vesuv . Melloni wies n. a. mit diesem In-strumente nach, daß das Mondlicht, wenn man es zuvor in Spiegeluoder Linsen sammelt, doch eine gewisse Wärmewirkung ausübt, wasdann Lord Rosse mit seinen astronomischen Machtmitteln nochsicherer konstatieren konnte. Im Jahre 1833 aber wurde die Ent-deckung gemacht, daß jene Verschlucknng, die sich das Licht beimPassieren durchsichtiger Körper gefallen lassen muß, auch der Wärmenicht erspart bleibt. Die Diathermansie der verschiedenen Stoffeist eine überaus verschiedene; Steinsalz z. B. ist fast vollkommendiatherman, wogegen Wasser nur etwa zehn Prozent der auf-fallenden Wärmestrahlen durchläßt; die übrigen neunzig werdenzurückbehalten und dienen zur Erhöhung der Temperatur. Auchdie Luft war die Meteorologie anfänglich als ganz durchlässig fürWärme anzusprechen geneigt, und in Wirklichkeit werden ja anchdie dem Boden nächst anliegenden Luftschichten nicht direkt von denhindurchgehenden Sonnenstrahlen, sondern erst dadurch erwärmt,daß letztere in die Erde eindringen nnd diese erwärmen, woraufdaun durch Leitung auch die Atmosphäre in Mitleidenschaft ge-zogen wird. Von Melloni und seinem deutschen VerbündetenK. H. Knoblauch (1820—1895), der ein langes, wissenschaftlichesLeben hauptsächlich an die Erforschung der Eigenschafteu desRadiatiousprozefses setzte, wurde dargethan, daß die aus derOptik bekannten Gesetze der Brechung und Zurückwerfuug auch fürstrahlende Wärme gelten, nnd durch Berard, Forbes und