Die Thcvne der Paavlinge,
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eine besonders energische sein zwischen gewissen Elementen, währendandere vorhandene Atomgruppen unberührt bleiben. Diese, ebendie Reste, bleiben deshalb vorerst übrig und treten, insofern sienicht für sich allein bestehen können, untereinander in Verbindung.Diese Residuen sind nun freilich Vereinigungen, die, wie manfrüher gesagt haben würde, nur potentiell oder ideell, nicht aberin greifbarer Form, existierten; die Substitutionsform, wie sichGerhardt ausdrückt, deckt sich mit einem Zustande, der sich derthatsächlichen Darstellung entzieht. War hierdurch wieder ein ge-wisses Halbdnnkel erzeugt, das dem Empiriker keineu angenehmenEindruck machen konnte, so wurde doch andererseits durch ssolcheAufstellungen ein tieferer Einblick in die Borgänge, aus denen dasfertige Produkt hervorgegangen ist, erzielt. Wenn Körper a ausKörper b hervorging, so war nach Gerhardt deshalb doch nichtanzunehmen, daß a in d sozusagen präformiert enthalten gewesenwar. Das von Mitscherlich entdeckte Nitrobenzol wurde soeinfacher erklärt, als dies zuvor hatte geschehen können; es ist dasResultat einer Verbindung je eines Nestes der Salpetersäureund des zu Beginn der dreißiger Jahre von Faraday dargestelltenBenzols, einer Kohlenwasserstoffverbindung; die Salpetersäure hattezuvor ihren Sauerstoff, der Kohlenwasserstoff seinen Wasserstoff ab-gegeben, so daß nur die erwähnten Residuen zurückgeblieben waren.Gerhardt hatte mit manchem Widersacher zu rechnen, aber erstand doch keineswegs allein, und kein Geringerer als Mitscherlichgelangte ganz im eigenen Jdeenkreise zu ähnlichen Vorstellungen.Übrigens blieb ersterer bei den Substitutionen nicht stehen, sonderngestand zu, daß, während in vielen Fällen ein neu in die Ver-bindung eingehender Körper einen vorher dagewesenen hinausdrängt,in anderen eine Addition, ein Zusammenbestehen, angenommenwerden kann. Dieselbe kann sich unter mehreren Erscheinungs-bildern verbergen, nnter denen das wichtigste die Paarung, dieEntstehung gepaarter Verbindungen, ist. Dieselben stehen denSalzbildungen gegenüber, die ebenfalls durch einen Additions-prozeß erzeugt zu denken sind. Die Paarlinge von Berzelius ,welche dieser in seinen letzten Jahren einführte, um von der elektro-chemischen Theorie zu retten, was sich retten ließ, haben mit Ger-