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Neben zahlreichen Schriften, die man als Ratgeber für die analy-tische Technik in Ehren hielt, lieferte Klaproth auch als der ersteein Chemisches Wörterbuch (1807—1810). Bei A. v. Hum-boldts Untersuchungen über Luftanalyse, die allerdings erst nachder Rückkehr aus Amerika , als Gay-Lussacs Kraft die eigeneverstärkt hatte, ihren Zweck voll erreichten, ist Klaproth Gevattergestanden; beide hatten sich kennen gelernt, als der junge Berg-assessor in der Berliner Porzellanmannsaktur den Prozessen an-wohnte. Daß der Berliner Gelehrte auch zu den Begründerneiner exakten Mineralwasserchemie zählt, mußte schon frühererwähnt werden, und wenn er also auch nicht mit den genialenGeistern auf die gleiche Stufe zu stellen ist, welche zn der näm-lichen Zeit in Frankreich ihrer Wissenschaft ganz ueue Bahnenvorzeichneten, so haben wir als Deutsche doch alle Ursache, auchihn zu seinem Rechte gelangen zu lassen. Auch die beiden Zeit-genossen Klaproths, S. F. Hermbstaedt (1760—1833) undI. B. Trommsdorff (1770 — 1837), letzterer selbst der Sohneines geachteten pharmazeutischen Schriftstellers, dürfen nicht ver-gessen werden, da sie auf dem Gebiete der augewandten Chemieanerkennenswerte Leistungen zu verzeichnen haben; ersterer deckteinsbesondere die chemischen Regeln des Bleichereigewerbes ans,und letzterer gehört zu den ersten, die sich an der wissenschaftlichenGrundlage der Agrikulturchemie versuchten. Als Analytikermachten sich unter den Dentschen auch in jener Periode einenguten Namen I. F. A. Goettling (1755—1809) und W. A. Lam-padius (1772 —1842), der erste Versasser eiues selbständigenLehrbuches der Elektrochemie (Freiberg i. S. 1817), welche neuer-dings so kraftvoll emporgeblühte Disziplin wahrscheinlich auch vonihm ihren Namen empfangen hat; als er 1794 an die sächsischeBergakademie berufen ward, der er fast ein halbes Jahrhundertangehörte, war ein berechtigter Wunsch erfüllt worden, dem nament-lich A.V.Humboldt kräftigen Ausdruck verliehen hatte.
Die Tafel der Elemente hat in der ersten Hälfte des19. Jahrhnnderts, wie eben die eigentliche Scheidekunst fortschritt,sehr beträchtliche Bereicherungen erfahren, nnd rein quantitativhat die Folgezeit nicht niehr viel hinzuzufügen gehabt, wenn auch