284 X. Die Geologie auf dem Wege von L, v. Buch zu Ch. Lyell,
der Ergußgesteiue schwebte also um die Mitte des Jahrhundertsder Streit noch, und als in allen Einzelheiten entschieden wird'ihn sogar unsere Zeit noch nicht ansehen dürfen; die dem geo-logischen Mittelalter und noch mehr die der geologischen Neuzeitaugehörigen Gcsteiue dieser Art — gewöhnlicher Porphyr, Quarz-porphyr, Melaphyr, Rhyolith, Basalt, Trachyt uud Kliugsteiu —hatten um 1850 in aller Augen die Stellung sich erworben, welcheihnen v. Buch und dessen Anhänger von Anfang an zugeteilthatten. Bischof war der letzte gewichtige Geguer der plutonischeuLehre uud sprach sich, im Einverständnis mit dem NorwegerB. M. Keilhau (1797—1858), dahin aus, daß ein durch Druckbedingter Metamörphismus das vou Wasser durchtränkteGestein derart verändert habe, wie es der Augenschein feststellt.Diese Art der Entstehuug sollte vom Diabas uicht minder wievom Porphyr und Melaphyr — dem „Angitporphyr" v. Buchs— gelten. Heute wissen wir, daß unter den Faktoren, die bei derGesteinsumbildung mitwirken, das Wasser allerdings an ersterStelle steht, und wenn auch die rein magmatische Bildung desGranits als gesichert betrachtet werden darf, so kommt den er-wähnten Arbeiten doch zweifellos das Verdienst zu, neue uudfolgenreiche Gedanken in die Diskussion geworfen zu haben.
Wir verlassen hiermit die Petrographie, welche im Begriffesteht, sich zur Petrogenie zu erweitern, aus einem wesentlichbeschreibenden in einen die kausalen Fragen voranstellendenWissenszweig überzugehen, und wenden uns der historischen Geo-logie zn, welche für jeden Erdort Art und zeitliche Rangordnungdes Schichtenbaues auszumitteln beabsichtigt. Sie zog uud ziehtden größten Vorteil aus der geologischen Kartographie. Deutsch-lands erste geoguostische Übersichtskarte, vou den Zeitgenossen,deren Stimme wir u. a. bei Goethe veruehmen, mit enthusiastischemJubel begrüßt, arbeitete Ch. K. Keferstein (1784—1866) im Jahre1826 aus, doch steht dieselbe sowohl technisch wie auch hinsichtlichder Kouzeptiou noch sehr zurück hiuter eiuem zwanzig Jahrejüngeren Unternehmen der Berliner Verlagsfirma S. Schropp;letztere Spezialkarte, aus 42 Einzelblättern bestehend, trägt keinenAntornamen an der Spitze, aber es war bekannt, daß v. Buch