Kolilen- und Tvrsbiidnng.
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sich in der Gegenwart ausdrücken würde, anerkennenswert zu förderngesucht.
Die Morphologie sah sich in der ersten Hälfte des JalirHunderts genötigt, auch der Mitwirkung der Organismen beider Gestaltung der Oberfläche unseres Planeten erlwbteBeachtung zu schenken. Wohl wußte man auch früher, daß derBerkohlungSvrozeß eine Metamorphose aus Pflanzen in Ge-stein bedinge, und Schenchzer hatte dies schon 1706 mit allerDeutlichkeit ausgesprocheu, aber Bucklaud, Kirwan, J.N. Fuchsu. a. stellten bis gegen die Mitte deS Jahrhunderts hin diesernatürlichsten Erklärung eine ganze Reihe anderer Hypothesen ent-gegen. Die Torfmoorbilduug behandelten durchaus rationellI. Rennte (1761—1821), A. v. Chamissv (1781—1838) undder Chemiker A. I. F. Wiegmann (1771—1853); die Bildungvon Steinkohlenflötzen galt den vielen Geologen und Bota-nikern, die sich mit ihr beschäftigten, doch im wesentlichen geklärt,seitdem F. C. v. Beroldingen (1740—1798) sich zu Gunsteneiner Entstehung dieser Lager an primärem Orte ausgesprochenhatte. Gras Sternberg freilich, Prevost und der AmerikanerJ.B. Rogers erachteten eine Bildung der Flötze an sekundärerStelle sür wahrscheinlicher, indem sie annahmen, daß Baum-stämme und andere Pflanzenteile durch Fluten in eine Senkehinabgespült worden seien, wo dann unter Wasser, und mit gänz-lichem Luftabschluß, die langsame Verbrennung einsetzte. UnsereGeneration glaubt sich überzeugt halten zu dürfen, daß beide Füllevorkommen können. Den mikroskvpischen Nachweis, daß man inden Kohlen die Natur der Pflanzen wiederzuerkennen vermag, ausdenen sie sich gebildet haben, erbrachte 1848 Goeppert.
Daß die in oberflächlichen Erdschichten vorhandenen flüssigenund festen Kohlenwasserstoffverbindnngeu, die als Petroleum,Asphalt, Erdwachs u. s. w. in allen Aggregatznständen auf-treten, gleichfalls einen organogenen Ursprung hätten, ist jetztdie Ansicht der allermeisten Fachmänner, aber sie gehört eben ancherst der neuesten Zeit au. Zwischen 1800 nnd 1802 untersuchtev. Buch, im Auftrage des preuszischeu Bergimuisteriums, dieBerglandschaften des Fürstentums Neneuburg auf das Vorkommen