gZ2 XI. Der große Umschwung in der naturwissenschaftlichen Prinzipienlehre.
region ist die Wärmeabgabe ganz von selbst herabgesetzt, nndfolglich darf oder mnß auch die mit der Assimilierung der Speisenverbundene Wärmeentwicklung eine geringere sein. Je großer letztereist, um so größer wird auch der Unterschied in der Farbe des arte-riellen und des venösen Blntes sein; uuter den Tropen ist, wieeben die unmittelbare Beobachtung bei Aderlässen gezeigt hatte, derFarbenunterschied geringer, uud daraus läßt sich ein Schluß aufdie internen Metamorphosen ziehen, die mit größerer Trägheit vorsich gehen. Gewiß ein unscheinbarer Anlaß zur Gewinnung desdeukbar allgemeinsten Gesichtspunktes, so unscheinbar, wie jener,der Newton zur Konzeption des Gravitationsbegriffs führte, alser den Apfel vom Baume herabfallen sah! Wie kommt es, fragteMayer, daß der Verbrennungsprozeß, obschon er also unter ver-schiedenen Umständen auch ein verschieden großes Maß von Wärmeerzengt, gleichwohl immer gleichmäßig im Gange erhalten wird?Sollte dies nicht daher kommen, daß es auch noch anderweiteWärmequellen im Körper giebt. Eine solche ist die körperlicheArbeit; je mehr ein Mensch physische Kraft verbraucht, um sonachdrücklicher muß er durch Nahrungszufuhr die Verbrennungaufrecht erhalten, und darum ist durchweg das Ernährungsbedürfnisin kalten Gegenden gegenüber demjenigen in warmen gesteigert.„Denn wenn je nach der verschiedenen Konstruktion der zur Würme-gewiunung dienenden mechanischen Vorrichtungen u. dgl. durch dienämliche Arbeit und bei gleich bleibendem organischem Verbrennungs-prozesse verschieden große Wärmemengen erzielt werden könnten,so würde ja die produzierte Wärme bei ein nnd demselben Material-verbrauche bald kleiner, bald größer ausfallen können, was gegendie Annahme ist." In diesen Worten ist für uns, die wir ebenmit dem Sachverhalte genan bekannt sind, das Prinzip von derÄquivalenz der Wärme nnd der Arbeit freilich schon ganzklar ausgesprochen, aber daß die zeitgenössischen Physiker, welche sostrenge wie möglich zwischen anorganischer und organischer Körper-welt unterschieden und, wie der neunte Abschnitt ausführte, diePhysiologie noch wesentlich ans der Hypothese von der „Lebenskraft"aufgebant wähnten, sür ihre Wissenschaft keine Hilfe von einer anderen,an Exaktheit vermeintlich tiefer stehenden erwarteten, begreift sich leicht.