ZZ8 XI. Der große Umschwung in der naturwissenschaftlichen Prinzipienlehre.
und es muß deshalb möglich sein, diese auf das gleiche Maßsystemzu bezieheil. Mit etwas abweichenden Hilfsmitteln tritt nun auchMayer an die von Colding — ohne des ersteren Wissen —gelöste Aufgabe herau, das Äquivalent numerisch zu bestimmen;er hält sich dabei an die im achten Abschnitte berührten VersucheDulongs, an deren Ergebnis er später die von Regnault er-mittelte Korrektur anbringt, und sindet so, daß eine Wärme-einheit oder Kalorie, gegeben durch die Wärmemenge, welche dermetrischen Gewichtseinheit destillierten Wassers eine Temperatur-erhöhung von 1" zuführt, imstande ist, ein um 425 in oder425 Icg- um 1 m zu heben. In die Einheit, welche so zwischenBewegung, Fallkraft und Wärme hergestellt ist, müssen sich nunanch die anscheinend selbständigen übrigen Kräfte, mit denen esdie Physik und Chemie zn thun haben, irgendwie einordnen lassen,wenn auch die Wissenschast einstweilen noch nicht so weit ist, dieserForderung in jedem Einzelfalle gerecht werden zu können. Speziellfür Reibungselektrizität, Magnetismus und chemische Wirkung wirdaber auch bereits der Zusammenhang nachzuweisen versucht. Ver-bindet man beispielsweise 1 Z Wasserstoff mit 8 Z Sauerstoff, soresultiert eine Verbrennungswärme, deren mechanischer Effekt hin-reichen würde, um einen Körper von 2 Z Gewicht aus unendlicherEntfernung durch den freien Fall zur Erde niederzuziehen. Wermit der feitdem herrschend gewordenen Termiuologie vertraut ge-worden ist, sieht sofort, daß er dem Begriffe des Potentiales,einer besonderen Modifikation des allgemeinen Arbeitsbegriffes,gegenübersteht. Wie ungemein folgenreich aber dieser Begriff, denin völliger Unabhängigkeit Green und Gauß, der erstgenannte zuEnde der zwanziger, der andere zu Ende der dreißiger Jahre, ein-geführt hatten, für das weite Gebiet der angewandten Mathematikgeworden ist, dessen haben wir uns schon im dritten Abschnittevergewissert. Im weiteren Verlaufe seines Textes geht Mayerauch auf das pflanzliche und tierische Leben ein und thut über-zeugend dar, daß alle Lebensprozesse in der Sonnenwürmeihren Urgrund haben, und daß Verdnnkelnng des Zentralgestirnesmit Tod und Erstarrnng für die Planeten verbunden sei. Diesenletzteren Gedanken hat der Autor sodann in einem zweiten, drei