Mayers spätere Schriften.
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Jahre später publizierten Schriftchen noch weiter ausgeführt, inwelcher die „Dynamik des Himmels" den Behandlungsgegenstandbildet. Hier wird n. a. die Frage nach der Ursache der Dauerder Sonnenwärme zur Beratung gestellt. An und für sichmüßte ja die Wärmeenergie des Sonnenkörpers, möchte sie auch,als sein Verdichtungszustand abgeschlossen war, eine noch so un-geheuere gewesen sein, endlich einem Znstande der Erschöpfungentgegengehen, und da wir von solcher nichts bemerken, da auchdie genauesten Messungen des Sonnendurchmessers keine Ver-kleinerung desselben wahrnehmen lassen, so bliebe nnr übrig,anzunehmen, daß unaufhörlich dicht gefügte Schwärme fein ver-teilter kosmischer Materie der Sonne zuströmten, sie mit neuemBrennstoffe versorgend. Die keck hingeworfene Hypothese hat nach-mals zu umfassenden Diskussionen Anlaß gegeben.
Mit dem Jahre 1848 hat R. Mayers bahnbrechende Schrist-stellerthätigkeit ihr Ende erreicht. Er hat noch mehrmals dieFeder uud bei wissenschaftlichen Kongressen auch das Wort er-griffen, und was von ihm ausging, war stets geistreich und an-regend, aber wirklich hervorstechende, seinen ersten Veröffentlichungengleichwertige Leistungen wurden, wie seine gesammelten Abhand-lungen („Die Mechanik der Wärme", Stuttgart 1874) bequemüberblicken lassen, zu denjenigen der vierziger Jahre nicht mehrhinzugefügt. Ein gewisser Nachlaß in seiner Produktionskraft wareingetreten; nur allzu natürlich angesichts der schweren Schick-salsschläge, welche den trefflichen Mann trafen und eben nachseinem Gesetze, das er in dem hübschen Aufsätzchen „Über Aus-lösung" (1876) auch auf die Welt des Bewußtseins und der Em-pfindungen ausdehnen wollte, ihn der Spannkrast von früher be-rauben mußten. Sein Los gehört so sehr zur damaligen Zeit-geschichte der Naturwissenschaft, daß wir von der Pflicht, dieLebeusgeschicke Mayers zu beleuchten, nicht Abstand nehmendürfen. Wir wissen bereits, daß die Fachwelt seinen Offen-barungen, die in ungewöhnlicher Form an jene herangebrachtwurden, mit kühlster Reserve gegenüberstand, und, was schlimmer,wir müssen weiter bekennen, daß man ihm sogar das Recht bestritt,auf die Begründung der Lehre vom mechanischen Äquivalente der
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