34l) XI. Der große Umschwung in der naturwissenschaftlichen Prinzipicnlehre.
Wärme Ansprüche geltend machen zu dürfen. Joule gab 1847der Pariser Akademie Nachricht von seiner oben erwähnten zahlen-mäßigen Bestimmung des Äquivalenzwertes, uud als nun Mayersein Entdeckerrecht wahrte, ging weder der Engländer, noch auchdie Akademie auf seine Reklamation ein. Auch mußte es ihnkränken, daß ein jnnger Gelehrter, der um dieselbe Zeit mit einerden mathematischen Charakter tragenden Untersuchung über dieErhaltung der Kraft hervortrat, zwar vieler englischer, franzö-sischer und deutscher, nicht aber des Mannes Erwähnung that, dereben doch, mag man die anderen Verdienste noch so hoch bewerten,zuerst den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Allein noch warMayers Leidenskelch nicht geleert. Ein jüngerer Physiker,E. I. O. Seyffer (geb. 1823), der zwar Verfasser eines ganztüchtigen Werkes über den Galvanismus war, es gleichwohl aberdoch vorzüglich seinem etwas Herostratischen Vorgehen gegen denunbequemen schwäbischen Landsmann zu danken hat, daß seinName noch häusig zitiert wird, richtete gegen jenen einen ebensoschweren als ungerechten Angriff, nnd der Angegriffene konntekein litterarisches Forum siuden, um sich zu rechtfertigen. DieSpalten der Organe, an die er sich um Aufnahme seiner Antikritikwandte, blieben ihm verschlossen, nnd vor der Welt im Rechteblieb dafür der sich sehr überlegen dünkende Rezensent, dessen Polemikgegen den Satz, Wärme sei nur eine andere Form der Bewegung,sich durch eine deshalb textuell zu wiederholende Stelle genugsamkennzeichnet. Seyffer gab gönnerhaft zu, daß man bei richtigerDentung mit dem Satze schon einigen Sinn verbinden könne, undfuhr dann fort: „So, wie sich aber Herr Mayer den Satz denkt,daß eine wirkliche Metamorphosierung zwischen Wärme und Be-wegung stattfinde, ist es ein vollkommen unwissenschaftliches, allenklaren Ansichten über die Naturthätigkeit widersprechendes Para-doxon . . ." Lapisuti sat! Auf den unglücklichen Mann, dessengroße Entdeckung man ihm auf der einen Seite abdisputieren, aufder anderen dagegen lächerlich machen wollte, stürmten zu gleicherZeit auch noch die traurigsten häuslichen Ereignisse ein, und unterdem Drucke all des Schweren, das ihm auserlegt war, brach derstarke Geist zusammeu. Mayer verfiel in Melancholie, in wirk-