35V XI. Der große Umschwung in der naturwissenschaftlichen Prinzipienlehre.
Worte kennzeichnete; im letzteren Falle hat man es mit einer dnrchdie Natur selbst fixierten Gesetzmäßigkeit, im ersteren nur mit einermehr oder weniger willkürlichen, wennschon für die Praxis nütz-lichen Maßbestimmung zu thun. Beide Schriften, die Holtz-mannsche wie die Mayersche, sind im gleichen Jahre erschienen,so daß also, von den sachlichen Gegengründen ganz abgesehen, auchan sich schon jede Vermutung wechselweiser Beeinflussung abzuweisenist. Zwischen jener ganz autonomen Wärmetheorie, welche dnrchCarnot, Clapeyron,Holtzmann geschaffen wurde, und derjenigen,welche Mayer, Helmholtz, Joule auf dem Gesetze von der Kon-stanz der Energie aufbauten, war somit um das Jahr 1850 nochkeine vollkommene Übereinstimmung hergestellt; es klaffte eine Lücke,auf deren Vorhandensein Helmholtz ausdrücklich aufmerksam ge-macht hat. Für Gase erklärte er die von Clapeyron und Holtz-mann entwickelten Formeln als durch die Erfahrung gerechtfertigt,wenn auch in die Herleitnng einige nicht von vornherein klare Voraus-setzungen eingegangen seien; „ihre Anwendbarkeit auf feste und tropf-bar flüssige Körper bleibt," so fuhr er fort, „vorläufig zweifelhaft."Joule hätte am liebsten den Carnotschen Lehrsatz, den er mitseinen Versuchsergebnissen nicht in Einklang setzen zu können glaubte,ganz über Bord geworfen, begegnete aber hier dem WiderstandeW. Thomsons nnd I. Thomsons (1822—1892), wogegen Ran-kine den radikalen Standpunkt Jonles sogar noch schärfer Präzi-sierte; Wärmeübergang allein, folgerte er aus seinen Rechnungen,vermöge keine Arbeitsleistung zu bewirken.
So stand es im Jahre 1850. Zwei verschiedeile thermo-dynamische Systeme lagen vor, die beide das miteinander gemeinhatten, daß sie Arbeit und Wärme in die engste Wechselwirkungsetzten, die aber hinsichtlich der entscheidenden Frage, wie man sichdiese Wirkung zn denken habe, auseinandergingen. Gerade jetzt er-schien Clansins auf dem Kampfplatze, schon bekannt dnrch seineschönen Studien über atmosphärische Lichtphänomene, aber geradeauf dem hier in Rede stehenden Gebiete noch ein Neuling. Unddoch löste seine bahnbrechende Arbeit „Über die bewegende Kraftder Wärme" das bestehende Dilemma. Die Grundannahme Car-nots erschien ihm nicht bedenklich oder gar irrtümlich, sondern nur