Z90 XII. Der Werdegang der Spektralanalyse.
skopie eingerichteten Spektralapparat gebracht, den Sorby, deruns nicht unbekannte Begründer der Dünnschliff-Analyse, für solchfeine Bestimmungen angegeben hat. Derselbe zerlegt so scharf, daßsein Erfinder uoch 0,001 Gran des roten Blutfarbstoffes mit dessenHilfe unterscheiden konnte. Die Lösung der nun akut werdendenFrage, ob man es mit Menschen- oder Tierblut zu thun habe,kann dem Mikroskope anvertraut werden, weil es bekannt ist, daßdie menschlichen Blutscheibcheu durchweg größer als diejenigen derSäugetiere sind.
Unsere Überschau hat ihre Absicht erreicht, wenn es ihr ge-lungen ist, die zentrale Stellung der Spektralanalyse imGesamtorganismus der Naturwissenschaft, und zwar denletzterhaltenen Aufschlüssen zufolge nicht einmal bloß der anorga-nischen, Deutlich nachzuweisen. Damit ist auch unser Vorsatz ge-rechtfertigt, der großen Entdeckung, welche aus den Laboratoriender Neckar -Universität hervorging, einen besonderen Abschnitt an-zuweisen. Freilich war dies, von den sachlichen Motiven abge-sehen, auch aus Rücksicht auf die innere Ökonomie der Darstellungtechnisch begründet; denn wohin sollte man sonst diese Sonder-disziplin stellen: Zur Physik, der ja die grundlegenden Sätzeund Methoden angehören, zur Chemie, die zweifellos den un-mittelbarsten Vorteil aus der großartigen Verfeinerung der älterenScheidekunft gezogen hat, oder zur Astronomie, die in ihremphysikalischen Teile das Spektroskop ebenso notwendig wie dasFernrohr braucht? Diesem Dilemma zu entgehen, blieb kein andererAusweg als derjenige übrig, der schon aus prinzipiellen Gründenvorgesehen worden war. Wenn wir also jetzt von der Spektral-analyse Abschied nehmen, so ist dies nur ein vorläufiger, und inmehreren der nun folgenden Abschnitte wird sich nns reichlicheGelegenheit eröffnen, an die Berichterstattung, die diesmal nureine eingeschränkte sein durfte, von neuem anzuknüpfen.