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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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Dreizehntes Kapitel.

Die Astronomie in der zweiten Hälftedes Jahrhunderts.

Unsere Erzählung fand, insoweit sie die Entwicklung derAstronomie zum Gegenstande hatte, mit dem Jahre 1846 ihrEnde, nnd da ein Schnitt gelegt werden mußte, um den Umfangeines einzelnen Kapitels nicht allzu sehr anschwellen zu lassen, sowar jener Zeitpunkt gewiß ein wohl berechtigter. Denn eine gleichgroßartige Kombination der beiden dem Astronomen zur Ver-fügung stehenden Forschnngsmittel, der Rechnung und der Beob-achtung, hatte die Welt vorher nicht gesehen, und auch von denzahllosen bedeutenden Errungenschaften der folgenden Jahrzehntekann keine, wenigstens was den äußeren Glanz angeht, zu jenerin Parallele gestellt werden. Ja selbst wenn sich noch einmal einganz gleichartiger Fall zutrüge, wenn ein zweiter Leverrier einentransneptuuischen Planeten berechnete und ein zweiter Galleihn am angegebenen Orte auffände, selbst dann würde eine solcheLeistung doch kein entsprechendes Aufsehen mehr erregen, weil ebendie gelehrte Welt schon vorbereitet wäre. Das Planetensystem istseit 1846, wenn auch der Mikrokosmus der Asteroideu seitdem anUmfang namhaft zugenommen hat, doch im Großen und Ganzenabgerundet, und schon damit ist, selbst wenn man den Triumphder Methode nicht besonders berücksichtigen wollte, die Sternkundein eine neue Phase ihres Seins und Werdens eingetreten. Wirsuchen die weiteren Phasen in systematischer Ordnung zn schildernnnd müssen dabei auf eine strengere Gliederung der einzelnen Ab-teilungen Bedacht uehmen, weil sich nunmehr die Bereicherungen