Doppelsternbahnen.
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Weiterführung der in ein neues Fahrwasser geleiteten Theorie,die zu allererst recht viele genaue Orts- und Bahnbestimmungenzur Verfügung zu erhalten trachten muß. Was erstere anlangt,so hat man dieselben durch gewisse maschinelle Vorrichtungen(Meteoroskope) zu vervollkommnen und von subjektiver Schützungthunlichst frei zu machen gesucht. Heis, B. G. Neumayer (geb.1826), der allerdings zunächst mehr das Tierkreislicht im Augehatte, und neuerlich R. Lehmann-Filhes (geb. 1854) haben solcheApparate konstruiert, die für die Punkte des Aufleuchtens undVerschwindens einer Sternschnuppe Rektascension nnd Deklinationbeqnem zu ermitteln gestatten. Weitere, nicht unwichtige Nach-richten über den zuletzt besprochenen Erscheinnngskomplex sparenwir für die Astrophysik auf, wo sich auch ganz von selbst anzu-reihen haben wird, was über den Fortschritt unseres Wissensvon dem als Zodiakallicht bekannten Phänomene ausgesagtwerden kann.
Wir verlassen unser Sonnensystem und wenden uns demStellarraume zu. Schon Bessel und W. v. Struve hatten,unseren früheren Angaben gemäß, die Theorie der Doppelsternemehrfach gefördert und insbesondere dadurch die hergebrachten An-schauungen wesentlich umgeformt, daß sie die Bewegung eineshelleu Körpers um einen dunklen Körper für möglich nndin der Natur wirklich vorkommend erklärten. Bessel war auchder erste, der einen Katalog der Doppelsterne aufstellte, und ihmfvlgten darin 1847 sein Schüler M. L. G. Wichmann (1821 bis1859), 1851 nnd 1861 I. Wrottesley (1798—1869), 1864B. E. Powell, der den Südhimmel nach solchen Objekten durch-forschte, 1875 W. Meyer, der auch eine interessante Geschichteder Doppelsternastronomie beigab, 1884 E. Dembowski (1812 bis1881), dessen in mehr denn dreißig Jahren angesammeltes Materialden Stand der Wissenschaft in jener Zeit erschöpfend zum Aus-druck brachte, und 1889 F. P. Leavenworth (geb. 1858). Ge-stützt ans eine so reiche Auswahl empirischer Thatsachen konntedenn auch die Berechnung der Doppelsternbahnen ernstlicherin Angriff genommen werden. Im Anschlüsse an die hierfür auf-gestellten Methoden von F. Savary(1797—1841) und Encke wurde