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XIV. Die Astrophysik.
und Wärmestrahlung der Sonne beeinflussen müssen; wirziehen es jedoch vor, die Gesamtheit dieser Probleme, obwohl sieja unter dem systematischen Gesichtspunkte zu allererst iu dieAstrophysik gehören, erst in der Geschichte der Klimatologie, diedoch mit etwaigem Wechsel in der Ergiebigkeit der obersten Wärme-quelle am meisten zu thun hat, der Besprechung zu unterstellen.
Als eine von schwachen Ansängen zn ziemlich hoher Vollendunggebrachte astrophysikalische Technik ist zuerst die Lichtmcssnng znnennen, die lauge Zeit nur mühsam aus den Originalabhandlungenstudiert werden tonnte, seit kurzem aber in den Besitz eines lehr-reichen, znsammensassendeu Werkes von G. Müller gelangt ist(„Die Photometrie der Gestirne", Leipzig 1897). Vor der Aus-bildung sicherer Methoden war man natürlich aus bloße Schätzungangewiesen, und was durch diese erreicht werden konnte, mag manaus dem einläßlich dabei verweilenden dritten („uranologischen")Bande des Humboldtschen „Kosmos" ersehen. Daß einzelneForscher, wie I. Herschel, Argelnnder und E. Schoenseld,die sich mit Vorliebe der Beaufsichtigung des Lichtwechsels derveränderlichen Sterne widmeten, hierin Vorzügliches leisteten,wird niemand bestreiten wollen; gleichwohl war es auch für diesenZweig der Stellarastronomie gut, daß exakte Messung das srühere,einigermaßen subjektive Versahren ersetzte. Sterne der bezeichnetenArt sind schon seit dem Ende des 16. Jahrhunderts Gegenstandder Beobachtung gewesen — ganz abgesehen von jenen merkwür-digen neuen Sternen, deren Auftreten Thcho Brahe und Keplerzn belangreiche» Arbeiten veranlaßte, und die vom Glänze einesSternes erster Größe sehr rasch zu dem eines solchen sechster undsiebenter Größe herabsankeu, ja wohl auch gänzlich verschwanden.Bei den im engeren Sinne veränderlichen Sternen, deren Hellig-keitsveränderung eine gewisse Regel erkennen läßt, ist dvch dieseletztere in den Einzelfällen wieder so verschieden wie möglich. Sohaben Argelander und Schoenseld (1870) die Maxima undMinima der beiden Hauptvertreter besonderer Typen, der NiraLeti und des ^IZoI (/5 ?ersei), durch Formeln ausgedrückt, welchenichts miteinander gemein haben als den Umstand, daß beideperiodischer Natnr sind. Wieder anders verhält sich /S l^rae, von