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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Entwicklung der Astrvphotvmetrie.

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welchem Sterne Argelnuder 1858 nachzuweisen in der Lage war,daß seine Lichtperiode in langsamem Anwachsen begriffen ist.Der Algoltypus scheint nnter den veränderlichen Sternen deram meisten verbreitete zu sein, wie ihm denn auch die 1848 vonI. Baxendell (18151887) und 1859 vvn I. Schmidt ent-deckten Objekte angehören. Mit dem Lichtwechsel geht mit-unter ein Farbenwechsel Hand in Hand, den z. B. H. I. Klein(1876) bei « IlrsÄS in^oriZ sehr ausgeprägt fand. Den theoreti-schen Ansichten, die man sich über das Wesen der ueueu uud ver-änderlichen Sterne bilden mußte, wollen nur sür jetzt uoch nichtnäher treten, da den Schluß dieses Abschnittes ein Exkurs auf diekosmogonischen Fragen bilden soll, mit denen man die er-wähnten Erscheinungen mehrfach in engeren Zusammenhang bringenwollte.

Wenn man von Astrophvtometrie spricht, so mnß manzwei ganz verschiedene Dinge auseinander halten. Einmal bedarses geeigneter Apparate, um zwei Licht aussendende Körper aufdas Verhältnis der Intensitäten des von ihnen ausgesandtenLichtes prüfeu zu können, und es bedarf weiter der Einsicht in dieGesetzmäßigkeit, nach welcher eine gegebene Fläche durchein nnter gegebenen Verhältnissen einfallendes Licht-strahlenbündel erleuchtet wird. Lange Zeit war man vonder strengen Giltigkeit des Lambertschen Gesetzes überzeugt, welchesdieser berühmte Mathematiker iu seinem groß angelegten Werke.,?llowmötriii" (Augsburg 1760) aufgestellt und mit anscheinendemErfolge auf die verschiedenartigsten Aufgaben angewendet hatte.Daß das Werk auch heute nvch der Berücksichtigung des Physikersvollauf würdig ist, beweist auch dessen durch Seeliger-Andingin München bewirkte Verdeutschung für OstwaldsKlassiker".Auch ist das Lambertsche Gesetz nicht etwa an sich unrichtig,denn es besagt, daß in den analytischen Ausdruck der Helligkeit,welche auf einem gegebenen Flächeuclemente uutcr der Beleuchtungeines zweiten Flächenelementes entsteht, die Größen beider Flächen,die von ihnen mit der Verbindungslinie gebildeten Winkel und dasQuadrat dieserVerbinduugslinie eingehen, woran nicht zu zweifeln ist.So liegt denu dieser Ausdruck zu Gruude dem einzigen älteren