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barkeit bewährte. Aus der kritischen Abwägung der von den ein^zeluen Vorrichtungen dargebotenen Vor- und Nachteile, wie sieG. Müller in dein erwähnten Handbuche vornimmt, scheint zuerhellen, daß zur Zeit die Polarisatiousphotometer die größte Ge-währ sür zuverlässige Ergebnisse in sich schließen, da sie nament-lich auch nicht einen so sehr hohen Grad der Übung wie anderevoraussetzen. Die Mehrzahl neuerer photometrischer Messungenist denn auch in diesem Sinne ausgeführt wordeu, während aller-dings in einzelnen Fällen anch die Photographie zum gleichen Zweckeherangezogen wurde. Dies hat insonderheit C. V. L. Charlierin Leipzig im Jahre 1889 gethan, und G. Müller huldigt derÜberzeugung, daß diesem Verfahren noch eine schone Zukuust vor-behalten ist. Über die ältere Geschichte der Sternlichtmessung, inder auch der vielseitige Arago nicht vergessen werden darf, hatsich E. H. Lindemann (geb. 1842) in einer 1868 zu Breslau herausgegebenen Schrift verbreitet.
Eine nmsassende photometrische Durchmusterung desFirmamentes wurde in den Jahren 1882 bis 1888 mit dem derHarvard -Sternwarte angehörigen Meridianphotvmeter insWerk gesetzt, und Pickering, der diese Riesenarbeit unternahm,sührte dabei alle Sternhelligkeiten auf das Normalmaß von/>, Ilrsasnnnoris zurück, während man früher gerne LapsUs, zur Einheiterkoren hatte. Es wurdeu iu 267 000 Eiuzelmessungen nahe21000 Bestimmungen gemacht. Einer wesentlich analogen Auf-gabe uuterzogen sich auf dem gleich nachher näher zu schilderndenPotsdamer Observatorium G. Müller und Kempf, welche daznvom 1. Oktober 1386 bis zum 1. April 1893 brauchten, in diesertrotzdem aber verhältnismäßig gar nicht langen Zeit 14 000 Sternedes Nordhimmels am Zvellnerscheu Photvmeter prüften. Manging dabei, nm die Arbeit nicht zu einer uferlosen werden zu lassen,nicht unter die Sterngröße 7,5 herab nnd hielt sich nicht an eineneinzelnen Fundamentalstern, sondern wählte eine ganze Anzahlsolcher möglichst gleichinäßig über den Himmel verteilter Sterne.Es war beabsichtigt, für die etwas vage Einteiluug der Fixsternein Größenklassen zuverlässigere photometrische Kriterien auszu-mitteln, wobei es zugleich notwendig erschien, alle Sterne auf die