Das Kometenspektrum.
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leichtesten Gase voraus und läßt sie mit den Atomgewichten derin Rede stehenden Elemente zunehmen, so daß sie bei Wasserstoffetwa 60 mal größer als bei Kupser wäre. Wäre dem aber so,dann ließe sich, wie N. Herz einwendet, die Thatsache nicht rechtverstehen, daß die Repulsivkraft mit der Zeit überhaupt abnehmensoll. Herz will (1893) an die Stelle jener unbestimmt bleibendenabstoßenden Kraft die durch Influenz von der Sonne her aufdem Kometenkörper angesammelte Elektrizität betrachtet wissen undnimmt stetige Ausgleichungen zwischen den Polarisierten Partikelndes Schweifes und denen des Weltäthers zu Hilfe, wobei sich Licht-erscheinungen, ähnlich denen in den Geißlersehen Röhren, ent-wickeln müßten. Jedenfalls wird das letzte Wort bei diesen nochlange nicht spruchreifen Frageu die Spektralanalyse zu sprechenhaben, die nach Vogel 1872 noch viel zu wünschen übrig ließ,seitdem aber unter seinen Händen, sowie auch durch das EiugreisenC. B. Hasselbergs (geb. 1848) und G. H. I. Kaysers (geb. 18S3)anerkennenswerte Fortschritte gemacht hat. Auch Campbells mitder Photographie erlangte genauere Bestimmungen der im Kometen-lichte vorkommenden Wellenlängen fallen ins Gewicht. Kohlenstoffuud Cyan sind danach, wie Kayser (1894) ausführt, im Kometen -spektrnm sicher nachgewiesen worden, und es könnte mit Vogelhypothetisch angenommen werden, daß eine Überlagerung desKohlen- und des Kohlenoxydspektrums die vorgefundenenAnomalien befriedigend erkläre, wenn nicht gerade die lichtstärkstenBanden des zweitgeuannten Spektrums fehlten, während ein paarlichtschwächere vorhanden sind. Kayser nuu macht für das Auf-treten vieler der noch nicht gehobenen Schwierigkeiten eine reinäußerliche Ursache verantwortlich, darin bestehend, daß man wegender geringen Helligkeit des Kometenlichtes den Spalt des Spektro-skopes zu weit öffnen muß, und daß man bei Anwendung einerverfeinerten Beobachtungseinrichtnng, wie sie zumal der von demHamburger Optiker H. Krüß (geb. 1853) erfundene Doppelspaltgewährt, das unklar gebliebene Kometenspektrum in ein echtesKohlenspektrum überzuführen vermag, wie es der zwischen zweiKohlenspitzen gespannte Lichtbogen entwirft. Vogel hat sich dieser
Erklärung wenigstens teilweise angeschlossen, aber es leuchtet ein,
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