Die Entwicklungsgeschichte der Gestirne.
487
im Zustande alleräußerster Dissolutiou gewesen ist, sokönnen wir uns auch weiter ein Bild zu machen suchen von derArt und Weise, wie der Verdichtungsprozeß fortschritt, undwie im Laufe ungeheurer Zeiträume alle die verschiedenen Zuständesich herausbildeten, welche uns die moderne Astrophysik als im kos-mischen Ranme vertreten vorführt. Jene Nebel mit monotonen:Spektrum, welche weder durch das Fernrohr noch durch die sonstigenZerlegungsmittel in Sternhaufen aufgelöst werden können, erscheinenuns als treue Bilder dessen, was dereinst einmal auch unserSonnensystem gewesen ist, als insulare Ansammlungen von Welten-baustoff, innerhalb deren noch keinerlei Kondensation bemerklichwurde. Die planetarischen Nebel mit Heller leuchtendem Kernesind dann als eine erste Etappe auf dem Wege zur Herausbildungvon Sonnensystemen anzusehen uud wenn wir hierauf die Ent-wicklungsgeschichte der Weltkörper in der Weise weiter ver-folgen, wie es von Zo ellner und Secchi in den Grundzügenfestgestellt, von H. C. Vogel aber grundsätzlich gebilligt worden ist,so können wir es aussprechen: In den verschiedenen Typenoder Spektralklassen der Fixsterne kommt deren ver-schiedenes Lebensalter zum Ausdrucke. Was dem erstenund zweiten Typus von Secchi-Bogel zugehört, entspricht einemFixsterne, aber die Sterne erster Art sind wesentlich noch glühendeGasmassen, bei denen allerdings eine gewisse Scheidung der zen-tralen und peripherischen Massen nach dem Aggregatznstande ein-getreten ist, wogegen diese Trennung bei den Sternen der zweitenArt, zu denen unsere Sonne gehört, schon eine bestimmtere ge-worden ist; ein sehr ausgedehnter Kernkörper hat bereits einegewisse Verfestigung erfahren, wird aber von einer ebenfallsmassigen Außenschicht leuchtender Gase und Dämpft umschlossen.Die meist rötlichen Sterne des dritten und vierten Typus —Vogels Klasse III s, und III v — scheinen bereits ans eine be-ginnende Verfestigung auch au der Oberfläche hinzuweisen. Manhat vielfach zu dieser Gruppe auch die veränderlichen und die neuenSterne gestellt, indem man daran dachte, daß namentlich bei diesenletzteren die schon gebildeten starren Hüllen gelegentlich wieder zer-reißen und die nun des Druckes entledigten Gasmassen explosiv nach