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XIV. Die Astrophysit.
außen streben möchten. Thatsächlich hat das Spektrum der neuenSterne Ähnlichkeit mit demjenigen gewisser solarer Protuberanzen,die wir als Eruptionen glühenden Wasserstoffgases anzusprechengeneigt waren, und daß die Verdichtung von außen nach inneu,nnd nicht etwa umgekehrt, fortschreitet, hat die Geophysik, wie wirseiner Zeit sehen werden, zur Gewißheit erhoben. Schon weitergediehen ist der Vorgang, dem schließlich alle Weltkörper unter-liegen müssen, bei den Planeten; doch ist sowohl nach den spektro-skopischeu Wahrnehmungen, wie auch nach dem, was die Himmels-mechanik für die Dichteverteilung in den Massen unseres Sonnen-systemes festgestellt hat, für wahrscheinlich zu erachten, daß dieäußeren Planeten, abgesehen von dem das Schicksal der Erdeteilenden Mars , sich überwiegend noch in halb- oder ganzflüssigemZustande befinden, während sie, wie die Wasserdampfbanden ihresSpektrums auswiesen, von einer dichten Atmosphäre umschlossensind. Betreffs der vier Planeten Mars , Erde, Venus und Merkurmögen wir uns vorstellen, daß sie im Inneren zwar auch nochalle Aggregatzustände bergen, deren die Materie überhaupt fähigist, daß aber diese zentraleren Partien durch eine ziemlich dicke,starre Kruste dem unmittelbaren Verkehre mit dem Außenraumeentzogen sind. Der sehr kleine Mond endlich, der Luft und Wassernicht oder mutmaßlich nicht mehr besitzt, indem diese Stoffe beider stetigen Erkaltung der auch einmal feurig-flüssigen Masse auf-gesogen wurden, ist vielleicht schon durch und durch fest geworden,„eine ausgebrannte Schlacke". Es wird dieser Versuch, zwischenden fernsten Nebelmassen, von denen das Licht erst in Jahr-hunderten oder Jahrtausenden zu uns herabgelangt, und den unsnächst stehenden Gestirnen eine stetige Entwicklungsreihe alsBindeglied Herzustellen, wenigstens als ein konsequenter anerkanntwerden müssen. Nur die Frage der veränderlichen und der ihnenzweifellos auf der genetischen Stufenleiter nahe stehenden neuenSterne bedarf, wie erwähnt, noch weiterer Klärung. Die Schriften,in denen 1883 von E. Leyst in Pawlowsk , dem jetzigen Direktordes geophysikalischen Observatoriums zu Moskau , und 1888 vonI. Plaßmann die Summe unseres Wissens von diesen astro-nomischen Objekten übersichtlich zusammengefaßt wurde, sind natürlich