Neuere hydrometrische Apparate.
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heit durch den Stromquerschnitt hindurchgehenden Wassermengeermöglicht. Die hierzu verwendeten Formeln hat allerdings einerder neueren Hydrologen, H. Gravelius in Dresden , der die auchsür praktisch-hydrodynamische Fragen wichtige „Zeitschrift sür Ge-wässerkunde" herausgiebt, einer teilweise scharfen Kritik unterstellt,uud es kann die Aufgabe, solche Abflußmengen durch eine strengeFormel auszudrücken, noch keinenfalls als endgiltig gelöst angesehenwerden. Das Instrumentarium, mit dem die heutzutage weit ge-dicheue Hydrometrie arbeitet, hat sich gegen früher erheblichumgestaltet. Der Stromröhre von Pitot und dem Strom-quadranten von Bouguer kommt mehr nur noch geschichtlicherWert zu; nicht als ob diese Apparate an und für sich inkorrektkonstruiert wären, aber der gegenwärtig geforderte Genauigkeits-grad läßt sich auf diese Weise nicht erreichen. Dagegen ist dervon R. Woltman (1757—1837) erfundene Stromflügel nochimmer im Gebrauche; aus der Anzahl der Nmdrehuugen, welchedie vier vom Wasserstoße betroffenen Ansätze machen, folgt fastohne Rechnung die gesuchte Geschwindigkeit, sobald noch eine be-sondere, von Exemplar zu Exemplar wechselnde Konstante bekanntist. Wie man diese bestimmen könne, hat in neuester Zeit(1895) Max Schmidt gezeigt. Einer der glücklichsten Erfinder,I. Amsler-Laffon (geb. 1823) hat den Flügel 1878 dadurcherheblich verbessert, daß er ihn mit Zählwerk und elektrischerZeichengebnng versah, und letzteres ist auch der Fall bei denInstrumenten Harlachers. Durchweg geht man übrigens bei derAnwendnng dieser Vorrichtungen von der Absicht aus, die wirk-liche Strömung an möglichst vielen einzelnen Orten der bewegtenFlüssigkcitsmasse zu ermitteln, so daß dann das arithmetische Mitteleinen Durchschnittswert liefern muß. Um diese Größe jedoch so-fort zu erhalten, ist A. Franks hydrometrische Röhre sehrgeeignet. Ein Zylinder ist längs einer Seitenlinie aufgeschlitzt, sodaß in dem Augenblicke, in welchem die schützende Hülle entferntwird, die volle Stoßkraft des Wasserlaufes das Innere trifft unddie hier befindliche Luft komprimiert; ein Manometer dient zurMessung des Druckes und damit auch zur Berechnung der Mittel-geschwiudigkeit des Wassers. Durch Verzeichnung der in Har-
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