Bjerknes' Pulsatwnsversuche.
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reichten Abhandlungen aufgenommene „Illeorie äss saux oourantes"(1874) auch in unseren Tagen noch nicht als vollständig ausgenütztgelten kann, sondern auch für spätere Forscher noch eine Fund-grube von wichtigen Bemerkungen bilden wird. Nach dieser Seitehin müssen insbesondere die Untersuchungen über die Gestaltungder Flußbetten und über die noch lange nicht genng studiertenBeziehungen zwischen Haupt- und Nebenslnß namhast gemachtwerden.
Nach einer ganz anderen Richtung überaus bedeutsam fürdie Hydrodynamik wurde ein Zyklus von Arbeiten, mit derenVeröffentlichung K. A. Bjerknes (geb. 1825) im Jahre 1875 be-gann, und die, so wichtige Thatsachen auch bereits zu Tage ge-fordert wurden, gleichwohl noch nicht bis zum völligen Abschlüssegediehen sind. Zwei andere Norweger, O. E. Schiötz (geb. 1846)und Svendsen, haben ihren Landsmann bei den ausgedehntenVersnchen unterstützt, während diesem selbst die analytische Be-handlung vorzugsweise angehört. Wenn sich in einer inkompressiblenFlüssigkeit zwei aus elastischem Stoffe gefertigte Kugeln befinden,so wirken sie zwar in Ruhe nicht erkennbar aufeinander; sobaldsie jedoch beide in den Zustand der Pulsation versetztwerden, beeinflussen sie sich gegenseitig, und zwar ziehensie sich an oder stoßen sich ab, je nachdem sie sich in dergleichen oder in entgegengesetzter Phase der Dilatationund Kompression befinden. Diejenige Kugel, so kennzeichnetBjerknes selber das Verhältnis, deren veränderliches Volumensein Minimum erreicht hat, treibt die in das Stadium des Maxi-mumS eingetretene von sich fort. Die sphärische Gestalt thut nichtszur Sache, denn bei den elastischen Zylindern, deren Bewegungen1881 die Mitglieder der elektrischen Ausstellung in Paris in Er-staunen versetzten, verhielt sich alles ebenso, nnd nur die au sichsehr schwierigen Rechnungen, welche auch noch die vierte Potenzdes Verhältnisses zwischen Radius und Zentraldistanz zu berück-sichtigen haben, werden im ersteren Falle einigermaßen vereinsacht.Es ist gewiß, daß die 1877 von V. Dvorak in Agram (geb. 1848)nachgewiesenen akustischen Anziehungen nnd Abstoßungen völlig
in der gleichen Weise interpretiert werden müssen, nnd noch weiter
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