516 XV. Die mechanischen Disziplinen in der neuesten Zeit.
trat eine durchgreifende Analogie mit den in der Elektrostatikund in der Lehre vom permanenten Magnetismus vor-waltenden Kräften zu Tage. Die wirksamen Kräfte verhalten sichganz evident umgekehrt wie die Quadrate der Distanzen der beidenpulsierenden Körper; ja, die Ähnlichkeit eines solchen mit einemMagneten ließ sich noch dadurch zur klareren Offenbarung bringen,daß man jeden Körper durch eine Scheidewand in zwei gleiche Teileteilte und die Lnft in beiden abwechselnd verdichtete und verdünnte;denn nun wurde der erstere zu einem wirklichen, zweipoligenMagneten, der auf der einen Seite Attraktion, auf der anderenRepulsion ausübte. Die Bewegung des Wassers, durch eingestreuteSchwimmkörperchen sichtbar gemacht, vollzieht sich auch in Bahnen,deren Gleichartigkeit mit den Faradayschen Kraftlinien nichtbestritten werden kann. Diese letztere Thatsache wnrde auch be-stätigt durch die dem Beginne der achtziger Jahre entstammendenBeobachtungen von A. Stroh und B. Elie; ersterer erzeugte diedurch eine Luftschwingung in den beiden Hälften des elastischenHohlkörpers vermittelten, auslösenden Pulsationen mittelst tönenderPfeifen, während Elie sich drehende Kugeln in Betracht zog nndan diesen eine wesentlich übereinstimmende Aktion nachwies. Wieman nicht bezweifeln kann, ist mit der Eröffnung dieses noch reicheAusbeute versprechenden Untersuchuugsgebietes eine neue Perspektivefür die Erkundung des Zusammenhanges aller Naturkräfteerschlossen worden.
Vielleicht noch wichtiger in diesem Sinne können aber dieebenfalls erst in der zweiten Hülste des Jahrhunderts ausgebildetenWirbeltheorien werden. Die Erscheinung von Wirbelbewegungenin strömenden: Wasser war ja freilich etwas altbekanntes, und daßauch namentlich in Meerengen durch den Konflikt entgegengesetztgerichteter Strömungen gefahrdrohende Wirbel entstehen können,war für ein Zeitalter nichts neues, welches die „Szylla undCharybdis" im Faro von Messina und den „Malstrom" im Jnsel-gewirre der Loffodteu wissenschaftlich zn ergründen gewillt war.Für die Feststellung der Regel, nach welcher sich in der altberühmtenitalienischen Meeresstraße die Umsetzung der Bewegung richtet,war in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts L. Spallanzani