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XV. Die mechanischen Disziplinen in der neuesten Zeit.
erlag den hierbei erlittenen Verletzungeil. Indem wir den chrono-logischen Faden wieder aufnehmen, erinnern wir nur kurz an dasDaedaleou des streitbaren Polemikers F. v. Drieberg (1785bis 1856), der von 1841 bis 1852 einen erbitterten Don Qnixote-Kampf gegen die Lehre vom Drucke des Wassers und der Luftführte und seinen Flugapparat als ein triftiges Beweismittel fürseine Lehre vorzuführeil gedachte; er verlangte zwar nur, daß einigekräftige Männer dem in seiner Maschine steckenden Luftschifferdnrch einen Wurf die erforderliche Anfangsgeschwindigkeit erteilensollten, und dieser Forderung wäre doch am Ende unschwer zugenügen gewesen, allein trotzdem hat man niemals etwas vonder Verwirklichung des groß angelegteil Planes vernommen.
Allmählich erkannte die systematische Forschung, daß viererleiArten vou lenkbaren Luftschiffen im Bereiche des Denkbaren gelegensind: Schraubeuflieger, Drachenflieger, Flügelflieger uudWelleuflieger; von diesen haben die Maschinen der ersten Artdie meiste Gewähr wirklicher Ausführbarkeit von je geboten undbieteil sie noch. Seitdem man es versteht, den Tragkörper, statt mitLenchtgas, mit dem spezifisch so sehr viel leichteren Wasser-stoffgafe zu füllen, welches in Eisenbehältern beliebig trans-portiert werden kann, besitzt das Fahrzeug eiue viel bedeutendereSteig- und Tragfähigkeit, und man kann viel eher darandenken, einen kleinen Motor zur Erzeugung selbständiger Be-wegungen mitzunehmen. Als solche hat man Gas- und Dynamo-maschinen in Vorschlag gebracht, nachdem die von Giffard 1854angewandte Dampfmaschine sich als ungeeignet erwiesen hatte.Aeronautische Schraubenpropeller konstruierten 1872 S. C.P. L. Dupuy de Lome (1816 — 1385), unmittelbar daraufF. Haenlein (1872), Tissandier (1883) und vor allem diebeiden französischen Offiziere Renard und Krebs (1884), welchedie weitaus größte Triebkraft — 9 auf die Welle wirkende Pferde-stärken — aufzubieten vermochteil. In der geschlossenen, strömungs-freien Luft eines Reithauses hat dieser Luftpropeller sich gut be-währt, aber zur eigentlichen Freifahrt war er schließlich dochunzulänglich, denn während bei schwächerem Winde die „France "noch immer einen hohen Grad sreier Beweglichkeit bekundete, verlor