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XV. Die mechanischen Disziplinen in der neuesten Zeit.
günstiger gestaltet worden, und gegenwärtig steigt die geleisteteNutzarbeit bis zu 87 Prozent an. Wenn trotzdem die technisch-volkswirtschaftliche Ausnützung der Druckluft nicht ganz in demMaße zugenommen hat, wie man dies anfangs voraussagen zudürsen geglaubt hatte, so liegt dies an der noch weit rapiderenVervollkommnung der von der modernen Elektrotechnik zur Ver-fügung gestellten Hilfsmittel.
Wie innig die Verbindung zwischen mechanischen und kalo-rischen Prozessen ist, wurde in unserem elften Abschnitte aus-führlich dargethan, und wir haben auch in jenein die Geschicke derneu entstandenen, wiewohl bereits durch Rumford , Carnot undClapehron vorbereiteten mechanischen Wärmetheorie während desfünften und sechsten Dezenniums des 19. Jahrhunderts verfolgt.Hier hat also unsere weitere Darstellung einzusetzen. Zunächst istdaran zu erinnern, daß noch immer ein weites Gebiet vorlag, aufdem auch jene — zwar nicht alte, aber doch ältere — Auffassung,welche in der Wärme schlechthin eine Wellenbewegung desÄthers erblickte, ohne sich auf irgend welche atomistische Inter-pretation der Erscheinungen einzulassen, reiche Bethätigung fand.Die schönen Versuche Mellonis nahm K. H. Knoblauch ans,und iu vierzigjähriger, unermüdlicher Arbeit zeigte er, daß diestrahlende Wärme alle integrierenden Eigenschaften mitdem Lichte gemein hat. Teilweise seinem großen Vorbilde,sowie I. E.B erard (1789—1869) und J.D.Forbes folgend, wieser Brechuug, Beugung, Polarisation und Doppelbrechungals vorhanden nach und gab die ersten genauen, numerischen An-gaben über die Absorptionsverluste, welche ein Wärmestrahlen-bündel bei seinem Durchgange durch eine Platte von bestimmtemStoffe und gegebener Dicke zu erleiden hat. Daß auch eineDrehung der Polarisationsebene strahlender Wärme unter elektro-magnetischer Einwirkung zustande kommen kann, hat Grunmach(1881) gezeigt. Inwieweit Steinsalz, der ohne Zweifel mindeststark verschluckende nnter allen bekannten Stoffen, als absolutdiatherman anzusehen sei, war Gegenstand einer Meinungs-verschiedenheit zwischen Knoblauch uud Magnus. Die Aus-tragung derselben fällt in die sechziger Jahre; ersterer hielt die