Schnllfvrtpslcmzung,
547
bei konstantem Drucke zur spezifischen Wärme bei kon-stantem Volnmen ein von der Einheit verschiedenes ist.Auch anderweit fehlt es nicht an sinnenfälligen Bethätigungen deserwähnten Sachverhaltes. Dann beginnen 1874 die Untersuchuugenüber akustische Trübung nnd Durchlässigkeit der Luft,angeregt von Tyndall , der den Satz aufstellte: Eiue optischeWolke ist etwas von einer akustischen Wolke gänzlichVerschiedenes, und Nebel dämpft deu Schall so gut wie gar nicht.Nach den von O. Reynolds und Anderen gemachten Beobachtungenist dies allerdings nicht unbedingt richtig, indem gerade auch beider Verdichtung des in der Atmosphäre enthaltenen Wasserdampfesleicht Temperaturuugleichheiten und, iu deren Gefolge, Luft-strömungen entstehen. Uud kein anderer als A. v. Humboldthatte bereits zu Anfang des Jahrhunderts die durch lokale Boden-erwärmung entstehenden Luftströmungen als die Ursache diffuserReflexion der Schallwellen angesprochen, welche ihm zufolgebewirkt, daß mau bei Nacht viel weiter als bei Tage hören kann.Mutmaßlich hängen mit örtlichen Störnngen des Wärmegleich-gewichtes anch die mysteriösen Schallerscheinungen zusammen, aufwelche nenerdings durch G. H. Darwin, Laneaster, R. Siegerund besonders Leonhard Weber (geb. 1848) das Augenmerk derPhysiker uud Geographen gelenkt worden ist. Man kennt dieseeigentümlichen Geräusche, in den verschiedensten Ländern, alsMistpoeffers, Wasser- und Seeschüsse, Nebelrülpse, inHindostan auch unter dem Namen Barisal-Gnns.
Unter den Auspizien der ueueren Kinetik ist das Problemder Schallfortleitung in verschiedenen Medien zuerst von Stesan(1863) behandelt worden. Er, wie nach ihm Maxwell, T. Prestonnnd I. L. Hoorweg (geb. 1841), trachtete darnach, das Verhältnisder Schallgeschwindigkeit zur mittleren Moleknlargeschwindigkeit zuermitteln. Negnaults Versuche (1868) schienen das überraschendeErgebnis zu liefern, daß auch die Schallstärke von Belang sei,daß z. B. der Knall eines Kanonenschusses sich rascher als dereines Pistolenschusses verbreite. Zumal bei Explosionswellenbeobachtete auch 1877 E. Mach (geb. 1838), einer der um die
Lehre vom Schalle verdientesten neueren Physiker, eine erhöhte
35*