Sonometrische Apparate.
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einstimmend als klassisch anerkannten Buche („Die Lehre von denTonempfindungen", Braunschweig ) verdichteten. Der Autor, alsakademischer Lehrer der Physiologie in Heidelberg auf das Grenz-bereich zwischen anorganischer und organischer Naturwissenschafthingewiesen, legte in diesem Werke, das mit Schnelligkeit weitereAuflagen erlebte, den Grundstein zu einer neuen Disziplin, derphysikalischen Theorie der Musik. Eine Gehörerscheinungkann ein Geräusche sein; dann versagt ihr gegenüber die wissen-schaftliche Analyse. Andererseits kann auch ein Klang vorliegen,an dem Stärke, Tonhöhe und Klangfarbe unterschieden werden.Die Tonhöhe war schon seit der ältesten griechischen Zeit einNntersuchungsobjekt gewesen, um dessen willen die Pythagoreerden ersten geschichtlich nachweisbaren physikalischen Apparat, dasMonochord, koustruiert hatten. Was die Tonstärkemessung oderSonometrie anbetrifft, so läßt deren Ausbildung noch bis zumheutigen Tage zu wünschen übrig; was der sonst als Geologe be-kannter gewordene Münchener Gelehrte K. E. Schafhäutl (1803bis 1890) auf diesem Gebiete geleistet, ist wohl zu wenig bekanntgeworden, und zumal sein 1854 erfnndenes Phonometer verdientauch jetzt noch Beachtung. Neuere Versuche, diesen Zweck zu er-reichen, sind in nicht ganz geringer Anzahl zu verzeichnen, nnddie Vielgestaltigkeit der Methoden, welche Dvorak, A. M. Mayer(geb. 1836), A. Heller (geb. 1843), N. Oberbeck (1846—1900)und K. v. Vierordt (1818—1884) in Vorschlag brachten, läßterkennen, daß man nur indirekt sich einem Ziele zu nähern hoffendarf, welches schon der Individualität unseres Schall-PerzipierendenOrganes halber ein fernliegendes sein muß. Helmholtz' eigenstesVerdienst ist die scharfe Heranshebung der Klangfarbe, deren Da-sein es uns z. B. gestattet, die Verschiedenheit zu erkennen, diebesteht, wenn auf zwei Saiteninstrumenten von abweichendem Bau— Violine, Zither, Guitarre — der nämliche Ton gleich starkangegeben wird. Zwar hatten Haldat und E. (nicht S.) Brandt(?—1861) schon etwas früher die erwähnten Unterschiede richtigerfaßt, allein dadurch kaun der großen Leistung des Mannes keinEintrag geschehen, der zuerst zeigte, daß man das menschliche Ohr,weuu es zu trüge ist, um die von Ohm geforderte Wellenzerlegung