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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Reibungstviie,

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Lichtflammen wirken ungefähr ebenso, wie Resonatoren.Wie das freilich mit der von Faraday und Davy begründetenTheorie der Flamme, die ersterer in seinem trefflich populärenSchriftchenNaturgeschichte der Kerze" auseinandersetzte, zusammen-hängt, war einstweilen noch eine offene Frage. Der PhysikerW. I. Grailich (1829 1859) und der Astronom E. Weiß,P. L. Ryke (geb. 1812), K. F. I. Sondhauß (1815 1886)und A. Terquem (18311887) bearbeiteten das Problem derchemischen Harmonika, d. h. der singenden Flammen, und mehrund mehr brach sich die Überzeugung Bahn, daß diese Töne indie Kategorie der Reibungstöne zu verweisen seien. Hatte dochKundt schon 1866 dargethan, daß Gasflammen sogar ohne Glas-schutz durch zweckmäßig gegeu sie gerichtete Luftströme zum Her-vorbringen von Tönen angeregt werden können. Diese gauze Klassevon Tonerscheinungen, zn denen natürlich in erster Linie die Tönealler gestrichenen und gezupften Instrumente zählen, sind 1878von V. Strouhal (geb. 1850) uud 1883 von Melde einer inseinzelne gehenden Untersuchung unterzogen worden. Lippen-pfeifen, Äolsharfen, Brummkreisel geben Töne, die hierhergezogen werden müssen, und auch die Spalttöne, denen Kohl-rausch seine Aufmerksamkeit zuwandte, find in letzter Instanz alsdurch die Reibung der durch eine dünne Öffnung gezwängten Luft-waffe mit dem festen Körper erzengt anzunehmen,. Vielleicht sindauch die au sich unerklärlich scheinenden Töne, die man hier nndda im Freien hört, uud von denen z. B. H. Reuleaux (Dassingende Thal von Thronecken im Hunsrück , ein Hochwaldrütsel",Koblenz 1880) eine spannende Schilderung entwirft, als durcheinen Reibungsakt an Felsccken hervorgebracht zu denken; E. Sorelhat 1883 dergleichenTonbildungen beschrieben. Nebst den KundtschenStaubfigureu können auch gewisse, von Lord Rayleigh in densiebziger Jahren angegebene Veranschaulichungsmittel(RayleighscheScheibchen) eineRolle spielen. VonG.C.W.Koenig(AbschnittVIII)haben wir eine interessante Darlegung (1891) des Nutzens, welchendiese Hilfsmittel gewähren, wenn man die Bewegung fester Körper,veranlaßt durch Vorgänge in einer diese umgebenden Flüssigkeits-masse, sichtbar machen will.