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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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600 XVI. Licht, Magnetismus u. Elektrizität in der 2. Hälfte d. Jahrhunderts.

Jahre 1864. Die Funken, welche eine solche Maschine liefert, habeneine namhaft größere Schlagweite, zumal wenn jene noch miteiner sogenannten Verstürkungsröhre ausgerüstet ist. Aus denSpitzen der aufgesetzten Kämme sieht man, gerade wie bei einemSt. Elms-Feuer, die positive Elektrizität als Glimmlicht in Formvon Lichtgarben ausströmen. Die von Lord Kelvin 1867 her-gestellte Wasserinfluenzmaschine beruht auf der trefflich aus-genützten Thatsache, daß Wasser, welches durch einen elektrisiertenMetallzylinder hindurch tropft, durch Influenz eine elektrische Ladungvon entgegengesetzten Vorzeichen empfängt.

Indem wir hiermit von der durch Reibung oder Annäherungerzeugten Elektrizität Abschied nehmen, wenden wir uns den soüberaus mannigfaltigen Verbesserungen zu, welche die Lehre vonder Berührungselektrizität im Verlaufe des in Rede stehendenZeitraumes zu verzeichnen gehabt hat. Zunächst sei gedacht dervon Erfolg gekrönten Bestrebungen, das galvanische Element,dem in seiner älteren Form die so wichtige Eigenschaft der Kon-stanz infolge des Gegen- oder Polarisationsstromes soziemlich fehlte, derart zu gestalte«, daß die von ihm geliefertenStröme für längere Frist eine wenigstens angenähert gleiche Stärkebesitzen. Daniel! (1836), Grove und Cooper (1839), Bunsen(1841) hatten geeignete Kombinationen fester und flüssiger Bestand-teile in Vorschlag gebracht, aber noch glücklicher erwies sich dasseit 1859 viel gebrauchte Element, das J.H.Meidinger (geb. 1831)konstruierte; dieser Gelehrte, der unter den Begründern einer spezifischtechnischen Physik eiuen sehr geachteten Platz einnimmt undsich durch die Angabe einer großen Anzahl sinnreicher Apparateauszeichnete, unter denen wieder die neueren Füllöfen besondershervorgehoben zu werden verdienen, ist zwar eigentlich nur aufdem von Daniell betretenen Wege weiter fortgeschritten, hat aberdoch anch einen neuen Gedanken in diesen Teil des Galvanismushineingetragen. Indem nämlich ein mit Kupfervitriol gefülltesRohr in die eigentliche Füllflüssigkeit hinabtaucht, welche in diesemFalle eine Lösung von Magnesiumsulfat ist, wird erstgenannterKörper aufgelöst und verbleibt in diesem Zustande in Verbindungmit der Kupferplatte, während um die Zinkplatte eine Bittersalz-