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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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602 XVI. Licht, Magnetismus u. Elektrizität in der 2. Hälfte d. Jahrhunderts.

Recht verkünden durfte, es sei ihm geglückt,uns xils ssoonä^ire6'v.ns M-Änäs xuissÄues" zusammenzustellen. Das Geheimnis desneuen Ladeprvzesses bestand einsach darin, daß derselbe sehr langeZeit, durch ganze Wochen, unterhalten wurde, so daß der Sauer-stoff genötigt wurde, die als Anode dienende Platte ganz zu durch-dringen. So wird Elektrizität in jener geradezu aufgespeichertund kann später wieder nach Willkür aus ihr herausgezogen werden.Indem man die Ladung durch Dynamomaschinen besorgen läßt,bringt man es dahin, weit über die Hälfte der aufgewendeten undin den Bleiplatten deponierten Arbeit aus diesen zurückzugewinnen.Das Fauresche Element, bestehend aus ebensolchen Platten, dieaber zuvor mit Mennige überzogen worden waren, erleichtertund beschleunigt erheblich die Fertigstellung einer Sekundärbatterie,die also nun, wenn man es braucht, mit hochgespanntenStrömen zu arbeiten gestattet. Als W. I. Sinsteden (geb. 1803)im Jahre 1854 zuerst anläßlich einer Studie über elektromagnetischeInduktionsapparate den bald nachher so großartig verwirklichtenGrundgedanken des elektrischen Magazines andeutete, ahnte er dessenvolle Tragweite wohl selbst noch nicht; heute aber ist auch innichtfachmännischen Kreisen einige Kenntnis von der Bedeutungder Akkumulatoren verbreitet, ohne deren Mitwirkung beispiels-weise ein Trambahnverkehr ohne die Möglichkeit direkterStromzuleitung undenkbar wäre. Die neuen, nach dem SystemeKhotinsky gegossenen Platten, die von horizontalen Rillen durch-zogen und durch die Fauresche Paste wieder ausgeglättet sind,haben sich als für große Elektrizitätswerke vorzüglich nutzbarerwiesen. Vielleicht die umfassendste Thätigkeit auf dem Gebieteder Fabrikation von Akkumulatoren entfaltet die große Fabrik zuHagen i. W, die über Art und Ausdehnung ihres Betriebes aucheine sehr belehrende Schrift (1890) erscheinen ließ. Das Sekundür-element ist übrigens auch in theoretischen Dingen von gar nichtzu unterschätzendem Werte, wie dies Plantes Werk von 1883bezeugt. I. G. Wallentin (geb. 1852) hat uns dasselbe in guterdeutscher Übersetzung zugänglich gemacht. Plante sucht iu aner-kennenswert aufrichtiger Weise die Grundzüge seiner Erfindungbereits bei Physikern aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts, bei