Wärmewirkungen des galvanischen StromeS,
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N. Gautherot (1753 — 1803) und dem im dritten Abschnitteeinläßlich behandelten I. W. Ritter, aufzuzeigen, aber diese ge-schichtliche Neminiszenz kann nicht darüber täuschen, daß doch erstfünfzig Jahre später der Boden für eine so tief greifende Neuerunggebührend zubereitet war. Die vielfältigsten Anwendungen desgalvanischen Stromes werden durch das Sekundärelement ermög-licht oder doch erleichtert; des ferneren giebt der Autor au, wieman durch dasselbe die merkwürdigsten Licht- und Ausströmnngs-erscheinuugen hervorrufen, den elektrischen Funken zum Wauderubriugeu, Glas elektrisch gravieren, Blitz und Hagel täuschend nach-bilden uud eine Reihe kosmophysikalischer und meteorologischerErscheinungen durch Parallelexperimente verständlich machen könne.So sehr sich die Wissenschaft stets zu vergegenwärtigen hat, daßbei diesen Versuchen nicht selten nur äußerliche Ähnlichkeit,nicht abere innere Kausalverwandtschaft in Mitte liegen dürfte,wird doch niemand dem Streben Plantes hohes Interesse abzu-sprechen gewillt sein.
Von der Ansnützuug der Würmewirkungen des Stromes,deren Gesetze 1844 von Lenz, 1849 von I. Müller, 1859 vvnZoellner und, mit eingehender mathematischer Begründung, 1874von A. K. v. Waltenhofen (geb. 1828) ausgemittelt wnrden,wird am zweckmäßigsten an dieser Stelle gehandelt werden. Manerkannte, wie die Temperaturerhöhung eines durchflossenen Drahtesabhängig ist vvn dessen Leitungswiderstand und Dicke, von seinemEmissionsvermögen nnd von der Stromstärke. Die Spreng-technik wnrde 1834 von N. Hare (1781—1858) und 1842 vonG. Roberts soweit ausgebildet, daß die Minenzündung unterWasser sich ganz leicht gestaltete, iudem man eigens hierfür ge-arbeitete Patronen an den gewünschten Ort brachte und die ausihnen hervorragenden Drähte in eine gesichert aufgestellte Batterieeinschaltete. Daß sogar die Reibungselektrizität diesem Zweckedienstbar gemacht werden könne, bewiesen 1855 die im allergrößtenMaßstabe ausgeführten Versuche, die der österreichische Generalv. Ebner an Telegraphenleitungen anstellte. Die berüchtigtenHellgate-Felsen, welche früher die Einfahrt in den East River beiNeu York sehr gefährlich machten, wnrden in zwei Absätzen, 1876