606 XVI. Licht, Magnetismus u. Elektrizität in der 2. Hälfte d. Jahrhunderts.
O. I. Lodge (geb. 1851) hat diesen Terminus eingeführt, denbald nachher (1887) Svante Arrhenius als Aktivitäts-koizffizienten charakterisierte. Das elektrolytische Äquivalentist die Masse von Ionen, welche in der Zeiteinheit von der Strom-einheit abgesetzt wird; jede solche Zahl ist dadurch zu erhalten,daß man das chemische Äquivalent des betreffenden Stoffes miteiner Konstanten multipliziert. Um das zu erhalten, was in derhauptsächlich durch Arrhenius ausgebildeten Nomenklatur derElektrolyse als absolute Beweglichkeit eines Ions figuriert,muß die Geschwindigkeit des letzteren noch dnrch das elektro-chemische Äquivalent des Wasserstoffs dividiert werdeu. Dasjenige,was die Hittorfsche Theorie, so wie sie Arrhenius auffaßt, fürden Aufang den Physikern wenig annehmbar machte, ist die Not-wendigkeit, in den Elektrolyten den gelösten Stoff nach anderenatomistischen Verhältnissen angeordnet annehmen zu müssen, alsdies sonst der Fall ist. Die Ionen müssen in den Elektrolytenfrei beweglich sein, und da, solange der Prozeß der Dissoziation,wie ihn der finnländische Physiker im Jahre 1888 definierte, nochnicht im Gange ist, Neutralität herrscht, so müssen sich, ein wiekleines Raumstück man auch herausgreifen mag, in diesem gleichviele positive und negative Ionen befinden; das Eintauchen derPolplatten löst die beiden entgegengesetzt gerichteten Bewegungenaus. Das elektrolytische Aktionsgesetz von Faraday kannaus der Dissoziationslehre theoretisch hergeleitet werden; die durchden nämlichen elektrolytischen Akt ausgeschiedenen Ge-wichtmengen zweier Stoffe verhalten sich zu eiuauderwie deren chemische Äquivalente. Es versteht sich, ohne daßes weiter ausgeführt würde, ganz von selbst, daß neue An-schauungen über das Wesen der galvanischen Polarisation dieunmittelbare Konsequenz der Vorstellungen sind, welche man sichüber die Migration der Ionen gebildet hat. Auch darf nicht eineErwähnung der sogenannten Konzentrationsketten unterbleiben,die vvn W. Nernst (1888) und von M. Planck (1890) angegebenworden sind. Die Elemente bestehen aus gleichem Metalle, dieaber in zwei chemisch übereinstimmende und dem Konzentrations-grade nach verschiedene Salzlösungen eintauchen, während diese