616 XVI. Licht, Magnetismus u, Elektrizität in der 2. Hälfte d. Jahrhunderts.
Eberts („Magnetische Kraftfelder", Leipzig 1897) giebt erstmaligin Deutschland einen vollständigen Überblick über die in England schon früher heimisch gewordene Deutung des Wechselverhältnissesaller einschlägiger Kraftäußerungen, verbunden mit vielfach neu-artiger experimenteller und mathematischer Durcharbeitung derzahllosen Einzelgesetze. Ein großes Verdienst erwarb sich dasEbertsche Buch auch durch die eiugehcude Beschreibung solcherVersuche, mittelst deren man einen? großen Publikum, lediglichdurch Bestreuung der verschiedenartig erzeugten Kraft-felder mit der sich längs der Kraftlinien ansammelndenEisenfeile, die verwickeltsten Beziehungen objektiv am Projektions-apparate (Skioptikon) klar machen und sinnensällig demonstrierenkann. Die Elektrodynamik hat uns, schon mit Rücksicht auf diegalvanometrischen Hilfsmittel, ganz von selbst zum Elektro-magnetismus hinübergeleitet. Wir erfuhren, daß Ampere dieRichtung, nach welcher die im Stromkreise befindliche Magnetnadelausschlägt, durch seine ziemlich komplizierte Schwimmregel zubestimmen lehrte; nach Jenkin-Ebert sagt man ganz unverhält-nismäßig einfacher: Legt man die rechte Hand so an den Strom-trüger, daß der Strom dnrch die Hand gegen den Mittelsinger zuseinen Weg nimmt, so wird der Nordpol der Nadel gegen denDaumen hin abgelenkt. Einen noch auffälligeren Triumph feiertdas hiermit signalisierte Anschaulichkeitsprinzip im weiteren Fort-gange der Wissenschaft, wenn es sich nm die Beeinflussung vonStromträgern durch Magnetfelder einerseits, um die In-duktion andererseits handelt. Jenkin hat für den ersteren Falldie Regel der linken Hand, für den anderen die Regel derrechten Hand als normativ nachgewiesen. Man streckt beide Maledie drei ersten Finger der betreffenden Hand, vom Daumen angerechnet, so aus, daß sie den Achsen eines rechtwinkligen Raum-koordinatensystemes entsprechen. Stellt dann fürs erste der Mittel-finger die Stromrichtnng vor, während der Zeigefinger der Rich-tung der Kraftlinien von der Quell- zur Sinkstelle sich anpaßt,so wird die Strombewegung quer zu den Magnetkraftlinien durchdie Danmenrichtung angegeben. Wird andererseits die Richtungder Kraftlinien eines festen Magnetfeldes durch den Zeigefinger