Magnetelektrizität und Induktion.
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der rechten Hand, die Bewegungsrichtung des induzierenden Leitersdurch den Daumeu charakterisiert, so folgt der durch Juduktivnerzeugte Strom der Achse des Mittelfingers. Ebert hat dadurch,daß er jeden der drei in Betracht kommenden Finger mit einemHütchen von besonderer Farbe armiert, die Anwendung dieserHandregeln so sehr vereinfacht, daß darüber wohl nicht mehrhinausgegangen werden kann. Beide Regeln finden sich zusammenin dem an sich schon älteren, von H. E. Lenz (Abschnitt VIII)bewiesenen Satze: Durch die Bewegung eines Leiters immagnetischen Krastfelde wird ein Strom von solcher Rich-tung induziert, daß er, elektromagnetisch auf das Feldzurückwirkend, einen entgegengesetzt gerichteten Stromauslösen würde. Auch der Nichtfachmann stellt sich leicht vor,wie ungemein handlich solche niemals versagende Vorschriften demmitten in der maschinellen Praxis stehenden Techniker erscheinenmüssen, der so von vornherein weiß, in welcher Richtung er denStrom zu erwarten hat.
Von den unzählig vielen neueren Entdeckungen im Bereicheder Elektrodynamik, des Elektromagnetismus, der von diesem nurdurch Wechsel von Ursache und Wirkung verschiedenen Magnet-elektrizität und der Induktion kann hier natürlich nur in Formeiner gedrängten Auslese die Rede sein. In neuerer Zeit istvielfach das Hallsche Phänomen besprochen worden; der Ameri-kaner E. H. Hall (geb. 1855) bemerkte 1880, daß jene Linien-systeme, deren Deutung als Niveau- und Kraftlinien auf durch-strömten Platten uns weiter obeu entgegengetreten ist, eine Drehungerfahren, wenn sie in ein hinlänglich kräftiges Magnetfeld gebrachtwerden. Eine endgiltige Erklärung dieser Ablenkungserscheinungwird wohl auf dem durch E. Lommel (1896) angedeuteten Wegezu erbringen fein. Die neu entdeckte Induktion, deren Anfangs-stadien unser achter Abschnitt vorzuführen hatte, führte rasch zueiner Menge nener Erkenntnisse. Schon 1832 fand Farad ay,daß anch der Erdmagnetismus induzierend wirken könne, unddamit war der Anstoß zur Konstruktion der Erdinduktorengegeben, wie solche vou W. Weber und in neuerer Zeit, nämlich1882, von H. Weber (geb. 1839) konstruiert und in die geomagne-