618 XVI. Licht, Magnetismus u. Elektrizität in der 2. Hälfte d. Jahrhunderts.
tische Messungstechnik eingeführt worden sind. Den durch gegen^seitige Einwirkung der Windungen ein und derselbenSpule hervorgebrachten, störenden Extrastrom („Dxt>rg,c,urrsiit>")haben Faraday und Dove näher untersucht, und ersterer gabnunmehr eine befriedigende Deutung der als mysteriös betrachtetenThatsachen des Aragoschen Rotationsmagnetismus, der ebenauch auf Induktion beruht. Den älteren Induktionsmaschinen,deren Jnaugurierung durch Neeff uns von früher her erinnerlichist, folgten in Bälde verbesserte Mechanismen dieser Art.
Im Jahre 1842 brachten Breguet und A. PH. Masson(1806—1860) einen Apparat zustande, der die im lustverdünntenRaume, dem sogenannten elektrischen Ei, zwischen den Polen ausgespannten Platindrähte zum Glühen brachte; hierauf ist inder chronologischen Reihenfolge E.duBois-Neymonds für elektro-therapeutische Zwecke bestimmter Schlittenapparat zu nennen,und seit 1851 vollzog sich eine großartige Umwälzung auf diesemGebiete, die durch die Namen H. D. Rühmkorff (so, und nicht,wie man fast immer liest, Rühmkorff s1803 —1871^) undE. Stoehrer (Abschnitt VIII) dauernd gekennzeichnet ist; auch desletzteren Sohn F. E. Stoehrer (1840—1882) hat sich als Leiterder seinem Vater entstammenden Werkstätte hervorgethan, wie auchdie bequeme Einrichtung des vorhin erwähnten Licht bilder-apparates wesentlich sein Werk ist. Rühmkorff überzeugte sich,daß magnetelektrische Ströme das kräftigst wirkende Mittel seien,um energische Jnduktionsbethätigungen zuwege zu bringen, undindem er noch den der Idee nach von Foucault herrührendenUnterbrecher anwandte, gelangte er nicht nur zu den macht-vollsten Funkenwirkungen, sondern auch zu so bedeutenden Wir-kungen auf den menschlichen Körper, daß der mit ihm gemeinsamexperimentierende französische Physiker I. A. Quet (1810—1884)durch einen Schlag beinahe sein Leben verloren hätte. DieStoehrersche Kombination beruhte aus dem von Pixii (1832)in Vorschlag gebrachten Verfahren, den Magneten um das vonJnduktionSspiralen umschlossene Stück weichen Eisens rotieren zulassen; auch F. A. Petrina (1799—1855) und K. A. v. Ettings-hauseu (1796—1878) hatten schon Mechanismen dieser Art her-