Die unipolare Induktion.
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gestellt, aber gegen Stvehrers Maschine von 1848, die dannbald noch erheblich verbessert ward, konnten jene nicht aufkommen.Allein alle Vorrichtungen litten noch unter dem Übelstande, daßStromumkehrer, Kommutatoren, notwendig waren, intermediäreApparate, die z, B. von Pohl (1828) und von Rühmkorff (1846)angegeben wurden; dadurch wurde stets ein Funke gebildet, unddie direkte Folge eines solchen muß eine aus Energieumsetzungzurückzuführende Strom schwach ung seiu, und auch uoch andereNachteile traten bei vielfältigem Gebrauche in die Erscheinung.Die von Siemens, Wilde, Wheatstone zwischen 1857 und 1867angebrachten Modifikationen halfen diesen Mängeln nicht endgiltigab, und erst seit dreißig Jahren kennt man das Geheimnis, welchesdie Erreichung des Zweckes einstweilen verhinderte. Die Elektro-technik wird nns gleich nachher des Rätsels Losung vor Augeuführen.
Von allen Faradayschen Entdeckungen ist in theoretischerHinsicht vielleicht die wichtigste diejenige der unipolaren Induk-tion (1832) geworden. Wir wissen, daß, wie dies die Bestreuungmit Eisenfeilspänen so schön erläutert, die Mitte eines magneti-sierten Stabes durch eine Jndifferenzzone eingenommen wird!als mithin Farad ay in seinem steten Streben, neue Erfahrungenzu machen, das eine Ende eines Leitungsdrahtes an den einenPol, das andere aber in die Mittelregion eines Magneten brachte,mußte er eigentlich ein vollständig negatives Resultat erwarten.Es kam indessen anders; so lange der Magnetstab ruhig blieb,zeigte sich freilich nichts besonderes, aber den in Rotation ver-setzten Magneten durchfloß sofort ein Jndnktionsstrom.Die hierbei auftretenden Gesetzmäßigkeiten wurden von W. Weber(1839 und 1876), Plücker (1862) und K. Neumann (1876) imeinzelnen erforscht, aber weder die unitarische noch die duali-stische Hypothese erwies sich als zureichend, und mehr und mehrkommt man unter dem Einflüsse der Maxwellschen Wirbeltheoriezu Faradays alter, fast instinktiv gefaßter Meinung zurück, dieKraftlinien möchten eine räumlich objektive Existenz be-sitzen. Daß jedenfalls die Rotation des Feldes unabhängig vonder Eigenrotation des Magneten vor sich geht, ist aus den Ver-