Druckschrift 
Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
Seite
620
Einzelbild herunterladen
 

62V XVI. Licht, Magnetismus u, Elektrizität in der 2. Hälfte d. Jahrhunderts.

suchen von E. Lecher (geb. 1856) zu folgern. Nach Ebert würde eskorrekter sein, achsiale oder rota torische Induktion zu sagen.

Wir haben die Lehre von den Kraftlinien und Wirbelatomenin unserem elften Abschnitte soweit erörtert, als es mit unseremdamaligen Endziele, die grundstürzende Umgestaltung des natur-wissenschaftlichen Fühlens und Denkens um die Zeit der Jahr-hundertmitte in ihrem Wesen bloßznlegen, verträglich schien.Nunmehr ist es an der Zeit, die Maxwellsche Theorie, welchedurch Boltzmann , Ebert, Foeppl (Geometrie der Wirbelselder",Leipzig 1897) n. a. auch in Deutschland eine führende Stellung,wie schon lange zuvor in ihrem Vaterlande, erlangt hat, nochetwas mehr im Zusammenhange kennen zu lernen. Die Gesamt-anschauung Maxwells bringen am besten zur Geltung die beidenHauptwerkeNatter anä Nation" (London 1876; deutsch, Braun-schweig 1881) und^. Irsatiss on IlleLtrieit^ ti-riä NaAuötism",London 1881; deutsch, Berlin 1883); nächstdem auch die vonW. D. Niven (geb. 1842) herausgegebenenseientiko ?axei-s"(Cambridge 1890). Ausgehend von Faradays Definition deselektrotonischen Zustandes, stellt Maxwell zunächst sest, daßjeder elektrisch gewordene Körper das nmgebende Raummittel ineine gewisse Spannnng versetze, die in dem Verlause der Kraft-linien ihren Ausdruck findet, und zwar in der Weise, daß in derTangente dieser Kurven ein Zug, in ihrer Normale aber einDruck ausgeübt werde. Diese Spannung ist meßbar und mathe-matisch ausdrückbar, wenn man die Formeln der Potentialtheoriezur Anwendung bringt. Wie elektromotorische nnd mecha-nische Krast in Wechselwirkung stehen, ist Gegenstand der Hypo-these. Um einen geradlinig verlaufenden Strom herum sind diemagnetischen Kraftlinien als konzentrische Kreiswirbel angeordnet,während bei einem Kreisstrome die Verteilung durch die folgendeBeschreibung verständlich gemacht wird. Man bringe den Kreismit einer zu ihm senkrecht stehenden Ebene zum Durchschnitte;um die beiden Schnittpunkte lagern sich die Kraftlinien in zweiPaaren symmetrischer Zykeln, so daß nur die durch den Kreis-inittelpnnkt gehende Kraftlinie geradlinig wird. So kann manauch die geschlängelten Kraftlinien eines Solenoides zur Dar-