642 XVI, Licht, Magnetismus u. Elektrizität in der 2. Hälfte d. Jahrhunderts,
im Strome erzeugt werden, besorgen das Zusammenschweißen.Marconi verband 1895 die Lokalbatterie eines Kohärers mit einerelektrischen Klingel und war so in die Lage versetzt, jede heran-kommende Welle akustisch zu signalisieren, ähnlich wie Ebert denHertz sehen Brechnngsversuch über die Refraktion dadurch zu einemiu beliebig großem Raume anstellbareu Vorlesungsexperimenteumschuf, daß er eine solche Klingel so lange verschob, bis sie geradein den Weg des gebrochenen elektrischen Strahles gelangt warund nun durch einen Ton reagierte. Statt des Läutapparateskann aber auch ein Morse scher Schreibapparat als Wellenfängerdienen. Bis auf 10 km konnte bereits nach Marconis Verfahrendepeschiert werden, und zwar scheint das Wasser vorteilhaftere Be-dingungen als das Festland darzubieten. Auders geartet sind dieMaßnahmen, welche in allernenester Zeit Preece im Auftrage derenglischen Telegraphenverwaltung getroffen hat. Eine mit Wechsel-strom beschickte Induktionsspule sendet vom Aufgabeorte ihreWellen an den Empfangsort, wo zu deren Aufnahme eine zweite,mit einem Fernsprecher verbundene Spule bereit gehalten wird.An der Küste von Wallis ließ sich so ans 8 km Entfernungtelegraphieren, und auch F. Braun hat bei Cuxhaven sehr erfreu-liche Erfolge erzielt. Neuerdings ersetzt den Kvhärer vielfach eineGlasplatte mit durchfurchtem Staniolbelage; dann bilden sichBrücken über die Unterbrechungen, die von den elektrischen Wellenwieder abgerissen werden.
Von der Telegraphie läßt sich heutzutage die Telephonieoder Fernsprechkunst nicht mehr trennen. Dieselbe hat einegewisse Vorgeschichte; als nämlich 1837 Eh. G. Page (1812 bis1868) das galvanische Tönen entdeckt hatte, welches darin gipfelt,daß ein in ein Solenoid gesteckter und bald magnetisch, bald wiederunmagnetisch werdender Magnetstab Längsschwingnngen ausführt,die eine akustische Nachwirkung haben, regten die in den vierzigerJahren sich rasch folgenden, von Wertheim , A. A. de la Riveund C. Matteucci (1811—1868) und noch anderen Physikernvorgenommenen Versuche den Gedanken an, diese Töne alsSignale zu fruktifizieren. E. Laborde (geb. 1808), der sichzuvor mit der unlösbaren Aufgabe beschäftigt hatte, eine magnetische