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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
Seite
653
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Apparate der experimentellen Physiologie. ßZg

bewegn ng in festen und elastischen Röhren über und gewinntdamit Anhaltspunkte zur Beurteilung der Arbeit, welche das großePumpwerk unseres Organismus, das Herz, unter verschiedenenUmständen zu leisten hat. Verschiedene Apparate hat die uner-müdete Schaffenskraft der experimentellen Physiologie später-hin den Experimentatoren zur Verfügung gestellt, um die ein-schlägigen Fragen einer genaueren Prüfung unterwerfen zu können;genannt müssen speziell werden der Kymograph und derSphygmograph, dieser eine Erfindung von K. F. W. Ludwig(18161895), jener von K. v. Vierordt. Neben beiden verdienst-vollen Forschern ist besonders A. W. Volkmann (18001377)als einer von Denen zu zitieren, die den Blutdruck zum Gegen-stande eingehender Experimente gemacht haben, wie seine hierhergehörige Monographie über Hämodynamil (1850) beweist. DieGleichungen der vom Pulswellenzeichner aufgeschriebenen Kurvenhat für v. Vierordt der berühmte Thermodynamiker I. F. Redten-bacher (18091863) abgeleitet. Die physiologische Basis derAknstik spielt natürlich ebenfalls eine Rolle; gestreift haben wirdiese grundlegenden Fragen, mit deren Klärung der Name Helm-holtz unlöslich verknüpft ist, bereits bei früherer Gelegenheit.

Die Wärmelehre ist am Ausbau der medizinischen Physik vor-wiegend mit den neueren Arbeiten über Verbrennungswärmebeteiligt, zu deren Erforschung Lav visier die ersten Beiträge ge-liefert hatte; was Favre und Silbermann auf diesem Gebieteleisteten, hat in der Geschichte der Chemie Erwähnung gefunden.Auch Helmholtz, G. G. Valentin(18101883) und L. D.J.Ga-varret (18091890) haben hierüber gearbeitet; von Gavarretliegt der erste Versuch vor, diese physikalisch-chemischen Studienin ein System zu bringen (»I^s, olrs-lsur xroäaits xar Iss strssvivavts", Paris 1855). Die Lehre vom Lichte, soweit sie zurMedizin Beziehungen unterhält, fand eine mustergiltige, an origi-nalen Errungenschaften reiche Darstellung in Helmholtz' großemWerke (Physiologische Optik", Leipzig 1867, 2. Auflage 1886).Er und I. B. Listing (18081882) haben die charakteristischenHaupt-, Knoten- und Brennpunkte für das normale Auge bestimmtund die gestaltlichen Beziehungen der als Horopter bekannten