722 XVIII, Die Chemie in der zweiten Hälfte deS Jahrhunderts.
schweig erstmalig 1846 erschien, ihre 11. Auflage aber schon 1859und ihre 19. im Jahre 1881 erlebte, zudem auch in sieben fremdeLitteraturen überging. Studierende benutzen als einen aus grüud-licher Praxis hervorgegangeuen Führer das von W. v. Millerund H. Kiliani gemeinschaftlich herausgegebene Lehrbuch (4. Auf-lage, Braunschweig 1900), sowie V. v. Richters (8. Auflage,Bonn 1893) uud H. ErdmannS (2. Auflage, Braunschweig 1900) geschätzte Werke, uud für Laboranten eignet sich im vor-gerückteren Lernstadium vorzüglich E. Fischers „Anleitung zurDarstellung organischer Präparate" (Leipzig 1887). Die organischeChemie verfügt über eine noch mächtiger angeschwollene Litteratur,als deren namhafteste Vertreter Schorlemmer („Lehrbuch derKohlenstoffverbindungen", Braunschweig 1885), Beilstein (Hand-buch der organischen Chemie", Hamburg-Leipzig 1892) und daswegen der treffenden Darstellungsweise des bekannten technischenDirektors der Ludwigshaseuer Werke sehr gesuchte „Kurze Lehrbuchder organischen Chemie" (Braunschweig 1891) von H. A. Bernthsen(geb. 1855) aufgeführt werden sollen. Was man neuerdings all-gemeine Chemie genannt hat, gehört dem nächsten Abschnittean, wo auch die Schriften der modernen Theoretiker besser alshier an ihrem Platze sein werden. Die analytische Chemie hatmit großartigem Erfolge K. R. Fresenius (geb. 1818) für Unter-richtszwecke bearbeitet; seine Anleitungen zur quantitativen undqualitativen Analyse sind in ungezählten Ausgaben unter Lehrernund Praktikanten verbreitet. Auch Mohrs „Lehrbuch der Titrier-methode" (Braunschweig 1855; 6. Auflage 1886) und der fran-zösisch, englisch und polnisch übersetzte „Grundriß der analytischenChemie" von A. Classen (geb. 1843) haben sich ein großes Publikumverschafft. Speziell aber für das weite Gebiet der chemischen Tech-nologie im ganzen Umfange ist Muspratts Handbuch eine nieversiegende Quelle, von Stohmann und G. H. B. Kerl (geb. 1824)auch in deutsches Gewand gekleidet (Braunschweig , von 1854 an).Des ferneren ist I. R. v. Wagners (1822—1880) „Handbuchder chemischen Technologie" (Leipzig 1860; 13. Auflage, besorgtvon F. Fischer, ebenda 1889) von durchschlagender Wirkung ge-wesen, und vielen Anklang Haben anch die von dem Züricher