724 XVIII. Die Chemie in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.
über die Verbreitung der Lavoisierschen Neuerungen (Leipzig 1897)sehr gut eingeführt hat. Zur ersten Orientierung über den Werde-gang der neueren Chemie kann angeraten werden: F. B. Ahrens,„Die Entwicklung der Chemie im 19. Jahrhundert" (Stuttgart 1900).
Die chemischen Zeitschriften, dieses unentbehrliche Hilfs-mittel schneller Verbreitung neuer Erfindungen und Entdeckungen,haben sich in den letzten Jahrzehnten derart vermehrt, daß an eineauch nur entfernt vollständige Aufzählung derselben nicht gedachtwerden kann. Rühmt sich doch jedes Kulturland zum mindesteneines einzigen Fachblattes! In Deutschland haben sich zwar die„Annalen der Physik und Chemie" dieser letzteren Wissenschaft fastganz entfremdet, aber die „Annalen der Chemie und Pharmazie"blühen noch ebenso wie das „Journal für praktische Chemie",welches seit 1885 E. v. Meyer herausgiebt. Das „ChemischeZentralblatt" sucht zwischen den einzelnen Kreisen, die für dasunermeßlich werdende Fach Interesse besitzen müssen, zu vermitteln.Außerdem werden viel gelesen die voluminösen „Berichte der Deut-schen Chemischen Gesellschaft", die sich, nicht ohne schärft Gegen-rede Kolbes, im Jahre 1867 konstituierte, die „Deutsche Chemiker-zeitung" und die „Chemisch-technische Zeitung"; Spezialorgane sind
G. Krüß' inWiesbaden erscheinende„Zeitschrift für analytische Chemie"und die in Straßburg erscheinende „Zeitschrift sür physiologischeChemie". Die„^nnales" in Paris haben sich ihre vornehme Stellungvollständig bewahrt, aber außerdem giebt die Chemische Gesellschaft in Paris, ebenso wie diejenige in London , ein eigenes Bulletinheraus. Die „(?g.2sttg, oliimiog." und das „^msi-ic^n ^onriml »kOllsinisti-)'" vertreten würdig Italien und die Vereinigten Staaten .Neben den periodischen Zeitschriften hat der Chemiker auch be-sonders Jahresberichte nötig; dahin gehört der alte Liebigsche„Jahresbericht über die Fortschritte der Chemie", nnd seit 1891redigiert R. Meyer mit verschiedenen Kollegen das inhaltreiche„Jahrbuch der Chemie". Auch nu das vou dem Mathematiker
H. F. Gretschel (1830—1892) und dem Chemiker Ch . H. Hirzel(geb. 1828) herausgegebene „Jahrbuch der Erfindungen" darf er-innert werden, wie auch nicht minder an das „Jahrbuch der Natur-wissenschaften" von M Wildermann (geb. 1845).