v, Fedorow und Schoenflies über Kryswllsystemc.
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Apparat herstellen; daß dies angängig sei, hatte schon Moebiusin einer nachgelassenen, erst dnrch F. Kleins Herausgabe der Ge-samtwerke bekannt gewordenen Abhandlung bemerkt. Im Jahre1882 traten solche Apparate auch wirklich ans Licht, die vonG. Werner (1839—1881) und A. E. Heß (geb. 1843) erfundenwaren. Wieder etwas später wnrden dieselben von E. C. v. Fedorownoch vervollkommnet, und dieser fand auch Mittel, um instrumentelldemjenigen Falle zu genügen, welcher sich der Verdeutlichung imKaleidoskope entzieht, weil keine Symmetrieebenen vorhanden sind.Weitere geometrische Untersuchungen der hier in Rede stehendenArt wurden angestellt von E. Blasius (1889) und L. Wulfs(1890), auf dessen Einwände hin sich Sohncke zu einer gewissenErweiterung seiner Strukturtheorie veranlaßt sah. Diese letzterebegründete in einem sehr originellen Gedankengange, und von dersonst üblichen Methodik ziemlich abweichend, F. E. Mallard (Ab-schnitt XIX) in seinem großen Handbuche („Iraite äs er^stÄllo-S!'ax>kis Aöczmstriczus st x^vsic^uö", Paris 1879—1881), welcherdie Hauhsche Vorstellung vom Ausbau eines dann zum Krystallewerdenden Molekülhaufens fortbildete und darthat, daß einemsolchen Gebilde, wenn es sich auch aus unsymmetrischen Bestand-teilen zusammensetzt, gleichwohl Symmetrieeigenschasten zukommenkönnen.
Durch die Schrift von Schoenflies, deren wir vorhin ge-dachten, ist die Möglichkeit gegeben, sich über den Stand unseresWissens von der Krystallkonstitution, wie er sich vor einem Jahr-zehnt herausgebildet hatte, ein zuverlässiges Urteil zu bilden. Jedochanch nachher hat die Thätigkeit auf diesem Gebiete nicht etwagerastet. Es ist namentlich v. Fedorow zu ueuueu, der unermüdetuach der methodischen nnd sachlichen Seite neue Beiträge lieferte;so ist ihm auch eiue Verbesserung der kr ystallo graphischenNomenklatur zu danken, welche vielfach Anklang fand und u. a.auch von Groth adoptiert wurde. Nach dieser Richtung sind auchvon A. Brezina und F. Becke wertvolle Anregungen ausgegangen.Die prinzipielle Fundierung der Krystallonomie hat sich neuerdingsbesonders C. Viola zum Ziele gesetzt, der 1897 eine neue, elemen-tare Herleitung der 32 möglichen Krystallklassen vorlegte und die