772 XX. Mineralogie und Petrographie in neuerer nnd neuester Zeit.
und Bäckströms Beobachtungen ergaben, eine weitgehende Ana-logie ob, und I. Beckenkamp wies 1897 nach, daß schon dieKrystallbildung als solche elektrische Polarität mit sichbringt. Die Krystalloptik hat den Schatz ihrer Wahrheiten, dersich seit Huygens ' Zeit stetig vermehrte, noch beträchtlich an-wachsen sehen, seit sie ihre Objekte speziell im PolarisiertenLichte untersuchte. Das sogenannte Stauroskop ist eine Er-findung F. v. Kobells (1855). Ist der zu prüfende Krystallderart orientiert, daß von dem ihn passierenden Lichte ein ver-hältnismüßig maximaler Bruchteil ausgelöscht wird, so findet keilteZerlegung statt, und es tritt eine gewisse kreuzförmige Jnterferenz-fignr (t?r«!^öz, Kreuz) hervor, welche zu besonderen MessungenVeranlassung giebt. Das Studium dieser eigentümlichen Licht-nnd Farbenringe wurde vou Brezina und Groth theoretisch nndpraktisch nach allen Seiten ausgebildet.
Unmöglich kann es unsere Absicht sein, die Erweiterung desBesitzstandes der Mineralogie bezüglich neuer Mineralverbin-dnngen schildernd zu verfolgeu, wie sie teils durch die Naturselbst, teils aber auch durch die Technik bekannt geworden sind.Die Vielzahl solcher Körper, deren es zu Linnes und HauySZeiten noch nicht allzu viele gab, ist zumal in den letzten Jahr-zehnten ganz ungeheuer angewachsen, wie schon ein oberflächlicherBlick in die periodische Litteratur beweist. Die Nameu H. undG. Rose, Dana, Daubree, I. A. Phillips (1822—1887),V. L. Moissenet (geb. 1831), Websky, Mohr, Groth,V. L. v. Zepharovich (1830—1890), K. M. Zerrenner (1818bis 1878), E. A. H. Laspeyres (geb. 1836), O. Arzruni,K. Oebbecke, R. Brauns, um nur einzelne aus einer großenFülle herauszugreifen, sprechen in dieser Hinsicht eine sehr beredteSprache; vor allem seien auch die musterhaften Spezialarbeitenvon I. F. K. K. Klein (geb. 1842) hervorgehoben. Der Einzelfall derEdelsteinkunde hat auch sein eigenes Schrifttum erzeugt! Kom-pendien besitzt man von Schrauf (1869), Groth (1887; 2. Auflage,1896) und C.Doelter y Cisterich (1892), während die künstlicheDarstellung der Schmucksteine F. A. Fouque (geb. 1828) undM. Levy in einem selbständigen Werke („L^utllksö ÄW minsrgux