776 XX. Mincrnlvgie und Petrvgraphie in neuerer und neuester Zeit.
beobacht ung sich zur Geltung durchzuringen begann. Es warenvorzugsweise deutsche Gelehrte, die den hohen Wert des nenenVerfahrens erfaßten und demselben Eingang in die Laboratorienverschafften. So thaten Websky, vom Rath und, mit be-sonderem Eifer, F. Zirkel , dessen „Lehrbuch der Petrographie"(Bonn 1866; 2. Auflage, Leipzig 1893-1895) grundlegend fürden ganzen Wissenszweig geworden ist, und der auch durch spätereselbständige Veröffeutlichungen („Die mikroskopische Beschaffenheitder Mineralien nnd Gesteine", Leipzig 1873; „Nioroseopieal?etroAi-Äp1^", New-?)vrk 1876) die Systematik kräftig forderte.Ihre Leistungsfähigkeit sollte die neue Uutersuchuugsmethode soforterproben bei der Ermittlung des wahren Charakters der ausfeurigem Flusse abgeschiedenen Gesteine; Zirkel nahmfolgeweise den Phonolith, Trnchyt nnd Basalt in seine Behandlung,und zumal die über letzteren sich verbreitende Monographie (Bonn 1870) entschied nicht bloß die zunächst obschwebende Frage, indemdie jetzt allseitig angenommene Klassifikation jener Gesteinsart nachdrei Gruppen — Feldspat-, Nephelin- nnd Leuzitbasalte —erbracht, sondern auch zugleich eine Menge methodischer Finger-zeige gegeben wurde. Die Eigenart der porphyrischen Gesteine,welche sich durch die Einbettung ihrer mineralischen Hauptbestand-teile in eine zementierende Grundmasse von den solcher ermangelndenkörnigen Gesteinen abheben, bestimmte nahe gleichzeitig Vogel-sang („Philosophie der Geologie nnd mikroskopische Gesteinstndien",Bonn 1867), und wie aus ihn der in Erörteruugen über Lavenso häufig vorkommende Begriff der Fluidalstruktur zurückgeht,so hat er sich auch ein großes Verdienst um die Erforschung dermineralischen Flüssigkeitseinschlüsse erworben, wobei ihmder vielerfahrene Mechaniker Geißler hilfreich zur Seite stand.H. Davy, Nicol und namentlich Bremst er (1826) waren aufdieses merkwürdige Vorkommnis ansmerksam geworden, welchesals unwiderleglicher Beweis gegen die Annahme einerPlutonistischen Deutung der Gesteinsbildnng hingestelltwnrde, allein unter dem Eindrucke der von Vogelsang undDressel erzielten Ergebnisse verkehrte sich dieser vermeintlicheBeweis in sein gerades Gegenteil. Die Krystallflüssigkeit ist