Rvsenbusch; Lcvy,
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Natur haltende Unterscheidung, die mit derjenigen des Jahres 1877etwa in der Weise in Parallele gestellt werden kann, wie man dasnatürliche botanische System von Jussieu dem künstlichenvon Linne gegenüberstellt, hat rasch bei vielen Anklang gefunden,und die Arbeit der dieser Ansicht zugeneigten Petrographen kon-zentrierte sich hauptsächlich darauf, die angegebenen Merkmale nochschärfer zu bestimmen. So haben Fouaue und M. Levy in demfrüher erwähnten Lehrbuche der Mineraliensynthese die durchund durch krystallinischen Tiefengesteine, unter denen der Granittonangebend ist, noch weiter in Untergruppen zn zerlegen begonnen:zunächst standen sie dabei nicht unter dein Einflüsse der von Heidel-berg ausgegangenen Neuerung, aber der sie leitende Gedanke wardoch demjenigen, den Rosenbusch zur Richtschnur uahm, naheverwandt, uud so konnte es nicht fehlen, daß Levy, als er mitseiner eigenen Systematik hervortrat < .LtracturW et olassilloatioQ clesroolles eruptives", Paris 1889), sich in vielen Punkten mit seinemVorgänger einverstanden erklärte. Eine schärfere Gegensätzlichkeitoffenbart sich einzig in der Anschauung über die Gauggesteine, diesich nach Levy durchaus uicht prinzipiell von den Ergußgesteinenunterscheiden, indem vielmehr das eruptive Magma, je nach denbegleitenden Umständen, das eine Mal in dieser und ein anderesMal in jener Form erkalte. Aus diesem Grunde glaubt der fran-zösische Forscher sich nicht so ansschließlich, wie dies Rosenbuschwill, der genetischen Kennzeichen bedienen zu dürfen, sondern esmüsse dabei auch, als gleichberechtigt, das Auftreten der Gemeng-teile, mithin ein mineralogisches Kriterium, in Rechnung gezogenwerden. Man muß der von Levy eingesührten Symbolik, welcheeinigermaßen an A. v. Humboldts Bersnch einer geognostischenPasigraphie gemahnt, nachrühmen, daß sie die wichtigsten Eigen-schaften, welche eine bestimmte Gesteinsart kennzeichnen, sehr gutzusammenfaßt, allein zur allgemeinen Anwendung, vorab im Unter-richte, möchte sie sich weniger eignen; denn wenn zugleich Struktur,mineralogische Zusammensetzung und das geologische Moment einesmehrfachen Erstarrungsvorganges Berücksichtigung fiuden sollen,so muß das betreffende Symbol unumgänglich kompliziert aus-fallen. Und daß dem so sei, wird niemand leugnen, der sich