780 XX. Mineralogie und Petrvgraphie in neuerer und neuester Zeit.
z. B. Levys Formeln für die primordialen Maginabildungen näheransieht.
Dem so zu sagen rein mineralogischen Prinzipe huldigtauch Zirkel, der auf diese Weise natürlich in einen gewissenGegensatz zn Rosenbusch geraten ist, und dieser Gegensatz wird,wenn überhaupt, seinen Ausgleich erst im 20. Jahrhundert findenkönnen. Von Zirkels dreibändigem Handbuche, dessen schon obenErwähnung geschah, urteilt das Geschichtswerk v. Zittels, daß esfür alle Zeit eine fundamentale Bedeutung für die darin abge-handelte Wissenschaft werde beanspruchen können; „wie die ersteAuflage gewissermaßen den Schlußstein der älteren Periode bildet,in welcher die makroskopische Untersuchungsmethode vorherrschte,so verhält sich die zweite Auslage zu der modernen Eutwicklungs-periode in der Gesteinskunde, worin die mikroskopische undmikrochemische Methode bereits eine hohe Vollkommenheit erreichthat". Es ist nicht etwa die Rede davon, daß Zirkel die Art desVorkommens der plntonisch-vulkauischen Gebilde ganz vernachlässigte;vielmehr giebt anch er eine doppelte Tafel der Gesteine dieser Art,deren eine die Feldspatzusätze als wichtigstes Merkmal der Konsti-tution benützt, während die andere gleichmäßig körnige Gesteine,porphyrische Gesteine und vulkanische Gläser als Über-schriften der gebildeten Rubriken gelten läßt. Das beste Beispielfür die Formen der dritten Art giebt der schwarze Obsidian, der„laxis opsianas" der Alten, ab. Gleichmüßig körnig sind auchnach Zirkel wesentlich nur die eigentlichen Tiefengesteine (Batho-lithen), während die Ergußgesteine in vortertiäre, tertiäre undnachtcrtiäre zerfallen.
Wir haben bis jetzt lediglich von den Silikatgesteinen gesprochen,deren Material, ehe es erstarrte, Bestandteil einer glutflüssigenMagmamasse gewesen war, und die quantitativ unverhältnismäßigüberwiegenden, durch Niederschlag aus dem Wasser entstandenenSedimentgesteine wurden noch nicht berührt. Dies erklärt sichaus dem Umstände, daß Sandsteine, Kalksteine, Thone,Mergel u. s. w. zwar selbstverständlich anch zum Gegeustaudeausgedehnter petrographischer Analyse gemacht worden sind, daßsich jedoch mit ihnen nicht ein gleich hohes theoretisches Interesse