Der MetmnvrphiSmuS
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Die moderne Gefteinslehre rechnet mit zwei ihrer Natur nachselbständigen, wenn schon ab und zu vereint auftretenden Formender Gesteinsnmbildung, mit dem Druck- oder Region almeta-morphismus und mit dem Kontattmetamorphismus. Außerden schon angeführten Forschern ist als einer der Begründer derLehre von der umgestaltenden Kraft des Druckes Ch. Lossen (1867)zu nennen, der aber doch mutmaßlich zu weit ging, als er denGneis für eine bloße Varietät des von Dislokationsmetamor-phismus beeinflußten Granits ausgab. Daß aber der Erfolgeinseitigen Druckes ein ganz gewaltiger sein könne, haben anchHeim, Baltzer, H. Reusch u. a. zugegeben; wie sich die moleku-lare Umlagerung bethätigen könne, suchte der kroatische GeologeG. Pilar („Grundzüge der Abyssodynamik", Agram 1831) auf gra-phischem Wege einleuchtend zn machen. I. A. Gosselet (geb. 1832)hielt dafür, daß überhitztes Wasser ebenfalls eine integrierendeRolle bei diesem Prozesse spiele, was auch Lepsius, als er 1893die vielen Belege der Geologie Griechenlands für die Gesteins-metamorphose zergliederte, bis zu einem gewissen Grade billigte.I. Lehmann (geb. 1851) und Rosenbusch dehnten die metamor-phische Theorie auch auf Eruptivgesteine aus, und es muß letzteremzufolge angenommen werden, daß sowohl magmatische wie auchsedimentäre Felsen sich dynamometamorphisch in geschieserteumwandeln können, während H. Credner und Zirkel einer der-artig allgemeinen Auffassung der Druckmetamorphose schon aus demGrunde widersprechen, weil sonst angesichts der furchtbaren Pressungen,welche die äußere Erdrinde zu allen Zeiten erlitt, das Vorkommenvon Schiefern ein noch häufigeres fein müßte, als es thatsächlichist. Untersuchungen, die W. Salomon (1891) und F. Loewl(1895) über die Tonalitkerne vieler Berge der Zentralalpeuanstellten, kommen im Resultate vielfach überein mit solchen vonE. Weinschenk (1894) in der Venedigergruppe und belehren unsüber das allseitige Vorkommen regionalmetamorphischer Prozesse,mit denen sich dann allerdings nicht selten, wie erwähnt, die kon-taktmetamorphischen verschmelzen, die Rose n b n s ch und I. Lehmann(„Einwirkung eines feurigflüssigen Basaltmagmas auf Gesteins- undMineraleinschlüsse", Bonn 1874) als nicht minder einflußreich nach-