784 XX- Mineralogie und Petrographie in neuerer und neuester Zeit.
gewiesen haben. W e n n nümlich In trusivm a sse n di e a u s S chich t-gestein oder älteren Eruptivbildungen bestehende Deckesprengen uud sich gewaltsam den Austritt erzwingen, somuß mit der rein mechanischen Aktion auch eine Art vonVerbrennung Hand in Hand gehen. Dahin gehört die (1388)von I. Rüdemann beobachtete, dem Fichtelgebirge eigentümliche Um-bildung gewöhnlichen Schiefers iu sogenannten Fruchtschiefer,der eine nicht unbeträchtliche Kontaktzone rings um die AuS-trittsstelle des heißflüssigeu Granits erfüllt. Wie häufig gewöhn-licher Kalkstein durch Hitzekontakt zu feinkörnigem Marmor wird,ist eine jedem Gebirgskundigen bekannte Thatsache. Erinnern wiruns daran, daß im Sinne der mechanischen Wärmetheorie molareund molekulare Beweguugen wesentlich aus das Gleiche hinaus-kommen, so brauchen wir allerdings zwischen den beiden wichtigstenManifestationen der Gesteinsmetamorphose keinen prinzipiellenUnterschied zu machen.
Während unsere obige Erklärung ums der Verpflichtung über-hebt, länger bei der petrographischen Zusammensetzung der durchAbsetzung suspendierter Feststoffe aus dem Wasser entstehendenGesteine zu verweilen, erfordert anderseits der Sedimentations-akt selbst unsere Beachtung, weil ihm ebensosehr eine Physisch-geographische als eine petrvgraphische Bedeutung innewohnt. Vonanderen Gelehrten abgesehen, die vorwiegend nnr die chemischeSeite des Ablagernngsprozesses interessierte, haben Ramsay,K. Bnrus (geb. 1850; als Physiker der „vniteä States ksoloAie-ckLarvo^" nach Amerika bernfenj und namentlich der angesehenefranzösische Geophysiker M. I. O. Thoulet (geb. 1843) die Viel-zahl der hier konkurrierenden Fragen erörtert, und 1894 hatK. Weule die gewonnenen Einzelergebnisse zu einem Gesamtbildevereinigt, während gleich nachher N. Bliß die Aktion der hierwirksamen Moleknlarkräfte experimentell untersuchte. Um den schonvon Bischof bemerkten, von I. Roth weiter verfolgten Umstandverständlich zu machen, daß das Niedersinken der festen Teilchen imWasser mit sehr verschiedener Geschwindigkeit vor sich geht, wurdendie verschiedensten Hypothesen aufgestellt; messende Beobachtungendagegen fehlten lange, und erst durch Barus und Thoulet wurden