Gevgraphische Organe der Neuzeit.
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geographischen Vereine hinzutreten. Manche unter diesen gebenauch nicht bloß Jahresberichte oder zwanglose Hefte, sondern sogarmonatliche Zeitschristen heraus; dahin gehören die .koval (?eo-ArapI,ieÄl Society" in London und die „Gesellschaft für Erdkunde "in Berlin , die auf eine stattliche Lebenszeit zurückblicken darf, dasie schon 1828 unter den Auspizien Humboldts und Rittersbegründet Morden ist. Deutschlands Eigentnm ist übrigens das-jenige Organ, dem allseitig eine über die nationalen Grenzen weithinausgehende, zentrale Bedeutung zuerkannt wird. Im Jahre1852 schuf A. H. Petermaun (1822—1878), damals schon alsKartenzeichner hoch geschätzt uud als Leiter des groß angelegte»geographischen Institutes von Justus Perthes (1749—1816)für ein solches Unternehmen, wie kein zweiter, geeignet, eine gleich-müßig für Förderung und Verbreitung der Wissenschaft bestimmteZeitschrift, die noch jetzt jedem Fachmannne des In- und Auslandesgleich unentbehrlich ist. Petermanns „Geographische Monats-hefte" haben, seitdem 1885 G. A. Supan sgeb. 1847) die Ober-leitung übernommen hat, sogar noch eine wertvolle Ausgestaltungdadurch erfahren, daß neben Origiualabhaudlungen uud fortlaufendenMitteilungen über die neuesten Fortschritte der eroberndenGeographie auch kritische Berichte über die stets weiter sich ver-zweigenden schriftstellerischen Leistungen aller Völker eingefügtwurden. Es braucht kaum bemerkt zu werden, daß völlige Ab-rundnng dieser Referate auf verhältnismäßig kleinem Ranme garnicht angestrebt werden kann; wer nach Vollständigkeit trachtet,greift nach einem anderen Werk, welches seinen Wunsch nachMöglichkeit zu befriedige» bestimmt ist. Ein „Geographisches Jahr-buch", ebenfalls bei Perthes herausgegeben, rief 1866 E. Behm(1830—1884) ins Leben, und einige Zeit später übernahmH. Wagner (geb. 1840), der bis dahin mit Behm zusammen-gearbeitet hatte, die Redaktion, stets bestrebt, alle Disziplinen, dieirgend als wichtig für den Geographen gelten können, wenn sieauch nicht im engsten Sinne geographische sind, in den Gesamt-bericht hereinzuziehen. Auf solche Weise ist ein fortlaufendesGeneralrepertorium der geographischen Wissenschaft ent-standen, welches auch vom Naturforscher, mag er nun Astronom,
Günther, Anorganische Naturwissenschasten. 51