Das grönländische BinneneiS,
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Technik, nicht ausgeschlossen, daß der angedeutete Weg dnrch dieLnft noch einmal als der zum Ziele führende erkannt wird, alleinznr Zeit war dieses Beginnen noch verfrüht, und die von derMehrzahl der Sachverständigen an Andree gerichteten Warmmgenhaben eine traurige Bestätigung gesundem
Eine nahezu vollständige Lösung hat mittlerweile auch dastausendjährige grönländische Problem erfahren. Dasselbe istoffenbar ein zweigeteiltes: Hängt Grönland irgendwie mit eineranderen Kontinentalmasse zusammen, nnd wie ist sein Inneres be-schaffen? Der von Kane eingeschlagene Weg durch den Smith-Sund und Kennedy-Kanal ist von den Amerikanern ausdauerndverfolgt worden, und zwei Marineoffiziere der Union, A. W. GreelyMb. 1844) und R. Peary , haben durch ihre — teilweise überausgefahr- und opferreichen — Züge die Jnselnatur Grönlandsaußer Zweifel gestellt. Daß diese Insel eine ungeheure Eismasse,den Riesengletscher („Sermiksoak") der Eingeborenen darstelle, warschon durch die wenig über den Küstenbezirk hinausgreifenden Be-gehungen der dänischen Forscher K. I. V. Steenstrup (geb. 1842),I. A. D. Jensen (geb. 1849), A. N. Kornerup (1857—1881)nnd durch die Erkundigungen H. F. Riuks (1819—1893), desgenauesten Kenners der Insel, wahrscheinlich gemacht worden, aberes blieben gleichwohl noch Zweisel bestehen, uud um diese zu heben,unternahm es v. Nordenskiöld 1882, mit einer wohl ausgerüstetenReisegesellschaft die Eiswüsten des Inneren systematisch zn durch-forschen. Zwei Lappländer drangen bis ungefähr zur Achse derInsel vor, nnd ihre Meldungen ließen ersehen, daß, soweit ihreAngen gereicht hatten, die Behauptung der Eskimos gerechtfertigtwar. Die vollständige Durchauernng gelang F. Nansen , der 1888mit Schlitten von der Ostküste ausging und nach Erduldung dergrößten Mühsale glücklich die Westküste in der Nähe von Godthaab erreichte. Dnrch v. Nordenskiöld und Nansen ist die Geo-graphie mit einer fundamentalen Erkenntnis bereichert worden:Es giebt auch in der Gegenwart noch ausgedehnte Land-massen, die sich im Zustande vollkommener Vereisungbesinden nnd eisfreier Zwischengebiete gänzlich ent-behren.