Österreichs Geologische Reichscmstalr,
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möglich zerstreut, denn die österreichisch-ungarische Monarchie steht,obwohl innerhalb ihrer Grenzen die Feldarbeit nichts" weniger denneinfach und bequem vor sich geht, unter den geognostisch genauergründeten Ländern mit in erster Linie. Bis 1866 verbliebW. v. Haidinger, der sich als Organisator so trefflich bewährthatte, an der Spitze seiner Stiftung, uud ihm folgte F. v. Hauer,der bis 1885 Direktor blieb und das gute Zeugnis, das ihm dereinstder alte L. v. Buch ausgestellt hatte, glänzeud rechtfertigte. Alser das Amt niederlegte, kam es in die Hände von D. Stur<1827—1893) und dieser erhielt ein Jahr vor seinem Tode einenNachfolger in K. H. G. Stäche (geb. 1833). Gar mancher späterzu hohem Ansehen aufgestiegene Forscher hat sich als Aufnahme-geologe der Reichsanstalt seine Sporen verdient; wir erinnern nur anv. Zittel, Stelzner, F. v. Hochstetter (1829—1884), K. Peters(1825 — 1831), F. v.Richthofen (geb.1833), E. v. Mojsisovics(geb. 1839). Dauernd gehörten und gehören dem Institute an
E. A. Tietze (geb. 1345), der unter den Karpathengeologen einenEhrenplatz einnimmt, A. Bittner (geb. 1850), dessen feine Unter-suchungen über die schwierigsten Materien der alpinen Schichtan-orduung manch lebhafte Polemik ausgelöst haben, M. Vacek,
F. Teller und andere mehr. Seit 1872 verfügt man über dieden Namen v. Hauers tragende Übersichtskarte im Maßstabe1 : 576000. Später hat I. Boeckh eine selbständige Anstalt fürdas Königreich Ungarn ins Leben gerufen, aber die ungarischeuGeologen arbeiten natürlich den österreichischen Kollegen in dieHände, und so konnte 1898 Stäche die erste Lieferung einesgeologischen Atlasses herausgeben, dem der große Maßstab 1: 75000zu Grnnde liegt, und der auf uicht weniger denn 341 Blätterberechnet ist. Denjenigen, welche die Vollendung dieses großangelegten Werkes erleben, steht dann für das Detailstudinm derOstalpen ein unübertreffliches Hilfsmittel zu Gebote, wie es diean sich sehr verdienstlichen Übersichtskarten, die man von H. Bachund Noö besitzt, nicht gewähren können und wollen. Für dienördlichen Kronländer Böhmen, Mähren uud Österr.-Schlesienliegen die verdienstlichen Arbeiten von I. Krejci (1825—1887)und O. Feistmantel (1848—1891) vor.